Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
369
JPEG-Download
 

Feldzug vom Jahr 1674. 569

der Sekte von Vesimßon, wo der bedeckte Weg unvollendet war, attaquirt; ehe aberdie Armee ihre Quartiere bezogen, that wahrend des Absteckens der Lager der Gouver-neur Marquis von Bergomeynero einen wüthigen Aussäst, und mit Erfolg. DieLaufgraben wurden in der Nacht vom 27sten geöffnet, und die Stadt ergab sich am6 ten Iunius nach verfchiednen tapfern Allsfällen, und da der Graben pafsirt, die Con-terminen des Bastions gewonnen, und die Mine es zu fprengen bereit war; der Abzugder Garnison geschah unter eben den Bedingungen wie zu Befanßon.

Der König begab sich hierauf nach Paris, und überließ dem Herzog von Feuilladedie Eroberung der kleinern Posten, Salms, Fauconney, Lürenil, Lur, die sämmtlichkeinen Widerstand vermochten, so daß in Zeit von sechs Wochen die ganze Provinz indie Hand des Königs fiel. Aber die Behauptung ward das Geschäfft des MarfchallsTürenne, der alle Hülfe dazu aufrufen mußte, die Kunst und Größe des Geistesihm darbot.

Als der Churfürst von der Pfalz noch im Winter gegen Frankreich sich erklärt Merlan,hatte, rückte sogleich der Graf von Caprara mit dem Corps kaiserlicher Truppen, dasO^e^zu der Reichsarmee und den Lothringern stoßen sollte, aus den cölnifchen Quartieren 0^;^'in die Pfalz diesseits des Rheins, um diese mit den Lothringern zugleich gegen die Be-cgmp-ix,, esatzung von Philippsburg zu bedecken. Der Herzog von Bournonvitte, der das^^'^Commando der vereinigten Armee führen sollte, sammelte indeß in dem fränkischen^,

Kreise die Truppen der Fürsten, als der Herzog von Lothringen, der die Franche-qmel-ss Lat.Comte'mit Schmerz verlieren sich, den Grafen Caprara inständigst ersuchte, mit ihm"^-".zur Errettung derselben sich zu vereinigen. Weil aber dieser, so lange der Herzog vonBournonvitte nicht alles zusammengezogen, seine Truppen allein für das Unternehmenzu schwach hielt, so beschloß der Herzog von Lothringen, mit den seinen allein in dieProvinz einzudringen, weil er, auf die Liebe der Einwohner und des benachbarten Lo-thringens hoffend, so lange sich zu behaupten gedachte, bis jene Armeen versammeltwären. Er gieng gegen den May mit einem Corps Cavallerie nach Rheinfelden, fandaber die Passage durch die Schweizer und den Herzog von Würtemberg, mümpelgarderLinie, gesperrt, weil der Marschall Türenne, der mit einem Corps sich Basel genahthatte, beydem den Schranken der Neutralität erhielt; und während dessen vollendeteder König die Eroberung der Provinz, so daß der Herzog, nachdem er vergebens sie zuvertheidigen gehofft, nun auf die Wiedereroberung denken mußte und aufbrach, um sichmit dem Corps des Grafen von Caprara zu vereinigen, und mit ihm zugleich den Her-zog von Bournonville zu erwarten. Es gieng auch diesem gemäß der Graf von Ca-

Aaa prara