Z92 Feldzug vom Jahr 1674.
Camp, Grafen von Auvcrgne. *) Foncanlt, ältrer Generallieutenant, commandirtedie Infanterie von zehn Bataillons, die in dieser Linie vertheilt waren; unter ihm standzur Rechten der Brigadier Douglas, und zur Linken Pierrefitte; Montgeorges abercommandirte fünf Escadrons zwischen den beyden Linien zur Unterstützung der Infante-rie. Der rechte Flügel zweyter Linie bestund aus vier Bataillons von der BrigadeReveillon, durch die Brigade Renti von vierzehn Escadrons unterstützt, und der linkeaus vier Bataillons von der Brigade Pizieup und vierzehn Escadrons von Lambert;zwey Bataillons und sechs Escadrons machten die Reserve. Die Artillerie bestand ausdreyßig Stücken, und die ganze Armee aus zwey und zwanzig tausend Mann.
In diesem Stande war jedes Theils Armee, als der Marschall Türenne auf dieNachricht, daß seine Dragoner links von dem Dorfe Enzhekm Feinde gewahr würden,vorwärts zum Rande des Holzes sich hinbegab, um selbst zu recognosciren, und er sahdie Detaschements ihrer Infanterie, die schon gegen dasselbe anrückten. Sie hattenden Vortheil, daß sie durch eine leichte Bewegung von ihrer Linie aus die Attaque unter-nehmen und mit breiter Front unterstützen konnten; da hingegen die französische Armeezu allen Bewegungen gegen das Holz in gar ungleicher Stellung sich fand, und zumTheil der kleinen Ebne zwischen dem Dorfe und dem Walde, und allem, was die Feindedarin hatten, die Flanque bieten mußte. Die feindliche Infanterie war bereits demHolze so nahe, daß der Marquis von Boufiers nur eben Zeit hatte, die Dragoner ab-sitzen zu lassen; und mit ihnen gieng das Gefecht an. Der Marschall Türenne, derunter die Escadrons von der ersten Linie Pelotons von Infanterie eingeschaltet, ließ dieDragoner durch sie unterstützen und Kanonen beyführen, so daß diese, obgleich dieFeinde ihnen überlegen, und gleichfalls Stücke hatten, dennoch Anfangs Terrain ge-wonnen. Als aber neue Truppen gegen sie anlangten, und der erste Vortheil wiederverloren gegangen, ließ der Marschall die Bataillons Bourgogne und Orleans vomCorps de Reserve, und Languedoc, Churchill und Montmouth und einige andere ausder zweyten Linie anrücken, worauf die Feinde auch die ihren verstärkten, und das Ge-fecht immer blutiger ward. Die Feinde verloren nochmals Terrain, und suchten etwasweiter rückwärts der ersten Attaquen das Holz und das Verlorne Terrain an einem Ortewiederzugewinnen, wogegen die französischen Truppen nicht anrücken konnten, ohneihre Flanque dem Geschütz in dem Dorfe und dem Feuer der Infanterie bloß zu geben,so die Hecken und Erhöhungen zwischen ihm und dem Walde besetzte.
Weil die Infanterie der Deutschen an der Tete ihrer Linie föchte, so konnte, wiegesagt, die Cavallerie durch eine ganz leichte und regelmäßige Bewegung sie unter-stützen;
* *) Diese Cavallerie wurde durch Pelotons von der Infanterie unterstützt.