412 Feldzug vorn Jahr 1674.
richten kamen, daß die Lothringer Espinal und das dortige Land verlassen, Remlre-inont aber mit vier hundert Mann besetzt, die der Chevalier Sourdis, so die Avant-garde von allem machte, zwar bloquirt und anfgefodert, aber abschlägige Antworterhalten.
Remiremont ist zwar an und für sich nur klein und ohne Vertheidigung; weil esaber an der Mosel und dem Fuße des Theils von dem Vogelgebirge gelegen, der sich mitdem elsasser vereinigt, und Lothringen und die Franche-Comte' von einander trennt,und überdem das Thal von der Mosel bis in den Elsaß hinein eine Passage liefert, diegegen Maasmünster und Tannes sich endigt, so war der Platz mit den andern Quar-tieren der Deutschen im Elsaß so gut verbunden, daß die Garnison, so oft sie wollten,verstärkt werden konnte, und folglich einen beständig freyen Eingang in Lothringen ge-währte. Türcnne, weil er alle Vortheile des Postens kannte, versäumte auch nichteinen Augenblick, um ihn wieder zu gewinnen. Er brach am i2tcn auf mit Anbruchdes Tages von Padou, so noch sechs Stunden davon abliegt, und ließ die Gens d'ar-mes, die Dragoner und zwey Bataillons Garden, die mit ihm während des ganzenMarsches die Tete gehabt, sofort vorrücken, und die Bataillons Vermandois, Bour-lemont und Navarre und des Vaisseaux mit sechs Stucken aufs eiligste folgen. DasHauptquartier kam die Nacht nach Floy, eine Stunde von dem Platze, und der Mar-schall ließ von daraus in seinem Namen die Besatzung auffodern, und, weil auf eineschnelle Uebergabe diesmal so vieles ankam, sie im Weigerungsfälle mit dem Strangebedrohen. Sie, die alles, was bisher angelangt, blos für ein Corps Cavallcrie zurBedeckung der Gränzen gehalten, wurden auf den Namen Türcnne und seine Auffode-rung bestürzt, und verlangten, daß man ihnen erlaubte, einen Officicr abzuschicken,um, wenn der Marschall wirklich gegenwärtig, mit ihm zu unterhandeln, und dieserOfficicr, als er ihn gefunden, erbot sich, den Platz zu ergeben, wenn in Zeit von vierund zwanzig Stunden von dem Herzog von Lothringen keine Befehle gekommen. Tü-rcnne aber bestand darauf, daß er ohne Capitulation Meister von dem Platze seyn woll-te, und fand, als er am iztcn des Morgens davor anlangte, die Besatzung zum Aus-ziehen bereit, und gab ihr einen Paß. Es waren indeß bereits zwölf hundert Mannvon den Deutschen in das mosler Thal eingerückt, um sich darin einzuwerfen, so daßder Marschall seinen Maasrcgeln allein es zu verdanken hatte, daß er den Platz ohneFcuquicrcs. Belagerung gewann. Von dieser Zeit an war Lothringen befreyt, der Weg nach derFranche-Comte' offen, und die Ausführung des ganzen Entwurfs von dem Marschallversichert. Gleichwohl schien alles, was bisher geschehn, nur auf eigne Vertheidigung
gezweckt,