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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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418
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Plan iz.

418 Feldzug vorn Jahr 1674.

der Marquis la Fare, der sich auf des Marschalls Gnade verließ, gkeng zu ihm an dieTete der Colonne, und bat, es zu vergeben, wenn er ihm sagte, daß man nicht ohneUnruhe über den Marsch sey. »Sie haben nicht ganz Unrecht," sagte der Marschall, »ichaber habe geurtheilt, daß die Feinde, die einen Bach vor sich, und Colmar mit ihrenLebensmitteln zur Linken haben, sich aus ihrem Vortheile hinter dem Bache nicht bege-ben würden, um mich anzugreifen, und so werden sie auch Colmar mit ihren Magazi-nen nicht verlassen. Weil nun aber die Armee nicht groß genug ist, um, wenn sie Col-mar bewahren, Türkheim anders als durch Detaschements zu behaupten, so ist meineMeynung, wie itzt gleich versucht werden soll, diesen Posten zu gewinnen, der uns einePassage in ihre Flanque giebt, daß sie ihre Armee wenden und mit gleichen Vortheilenwerden fechten müssen." Und kurz darauf, nachdem die Truppen bey dem Dorfe Win-zenheim noch weiter links eingeschlagen, um die Oeffnung zwischen den Gebirgen, woTürkheim liegt, zu gewinnen, so kam die Nachricht, daß Türkheim unbesetzt sey, unddie Dragoner von der Tete erhielten Befehl, sofort einzurücken.

Türkheim, so auf eine halbe Stunde Wegs von Colmar entfernt ist, liegt geradean der Spitze einer großen Wiese ein wenig unterhalb des Orts, wo die Vecht in zweyArme sich theilt, davon der eine nach Colmar läuft, und der andre bey Bittbrunn indie Jll fallt, mit welcher die beyden Arme der Vecht eine Insel formiren. In dieserInsel standen die Feinde, mit der Front gegen den Bach, so nach Colmar fließt, undmit dem rechten Flügel im Haken gegen den Bach von Türkheim gebogen, so daß derMarschall, wenn er von diesem Posten und den Brücken, die man ober- und unterhalbdesselben fand, Meister geworden, den Feinden in der Flanque stand, und alle Vorsich-ten, die sie in ihrer Front genommen, unnütz machte. Sie hingegen hatten diese Be-wegung nicht im Voraus gesehn, und wandten ihr einziges Augenmerk auf die Ebne,wo sie die französische Rechte außer dem Kanonenschuß sich formiren sahen; das vcr-flochtne Land aber, wo der linke Flügel marschirte, verbarg die Bewegungen desselbenso vollkommen, daß die Feinde bey der Sicherheit, in welcher sie auf dieser Seite zuseyn dachten, sogar die zwey Bataillons, die Türkheim besetzt hatten, zur Armee zu-rückzogen. Doch war es, wie man sagt, gegen den Rath des Herzogs von Lothrin-gen, der statt dessen den Posten mit einem starken Corps Infanterie besetzt wissen woll-te, und es kam auch in kurzem die erste Besatzung mit Verstärkung zurück; weil aberTürkheim vom rechten Flügel der Deutschen ziemlich weit entfernt war, so hatte derMarschall indeß die Zeit schon gewonnen, die ersten Truppen von der Brigade Cham-pagne ober- und unterhalb der Stadt in die Weinberge zu postiren, um durch sie die

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