Feldzug vom Jahr 1674. 419
Stadt zu unterstützen, und die Feinde, die dagegen anmarschiren wollten, von demBache zu entfernen.
Der rechte Flügel von der Armee, den der Marschall dem Grafen von Lorgesvertraut, verbreitete sich indeß vorwärts vom Gebirge in der Ebne bis zu einer Kirchehin, jedoch nicht parallel mit dem Feinde, sondern so, daß, wenn diese den Bach zupassiren unternahmen, der Graf von Lorges die Furche mit einem großen Corps Caval-lerie bedrohte, und ihre Bewegung zu nützen im Stande war.
Indeß wurde auf der Linken der Graf von Roye, der jenseits des Bachs vonColmar recognoscirte, gewahr, daß die Deutschen mit zwölf Bataillons, sechs Stückenund vieler Cavallerie gegen Türkheim anrückten, und ließ solches sofort den General-lieutenant Foucault, der den linken Flügel commandirte, wissen; und kurz auf die Nach-richt fiengen die ersten Truppen bereits an, mit den Unsern zu scharmuziren, der Bachaber blieb zwischen ihnen. Die Feinde, die Anfangs große Überlegenheit in der Zahlhatten, machten die Franzosen wankend, und wurden Meister von einer Mühle nahe ander Stadt, die mit zwey hundert Mann besetzt worden; der Marschall aber ließ sofortdrey hundert dagegen anrücken, und diese durch die Bataillons Orleans und la Marineunterstützen, so daß nach hitzigem Gefechte die Bataillons Herr wurden, und die Mühlein Brand steckten. Diese zwey Bataillons blieben eine Zeitlang mit vieler Sündhaf-tigkeit dem weit überlegnen Feuer der Feinde bloßgestellt; und obgleich Navarre, laReine, Anjou, Orleans und des Vaisseaux sie in der Folge unterstützten, soagirtendoch alle diese Corps mit großem Nachtheile des Terrains, weil die Feinde, die nochimmer in der Zahl überlegen waren, auf einer schönen flachen Ebne mit ihrem Geschützestanden, die französischen Truppen aber, die kein Geschütz hatten, in den Weinbergen über-all Hindernisse fanden, und unter den vielen Stangen und Pfählen das Gewehr nurmit Mühe gebrauchen konnten. Foucault, der diesen Nachtheil eingesehen, ließ dieBataillons von den Höhen tiefer in eine Wiese , so längst des Bachs als ein schmalerStreif gebildet, Herabrücken, daß also der Bach nun besetzt war, und beyde Theile mitgleichen Vortheilen des Terrains fochten. Der Bach aber von vier bis fünf SchrittBreite blieb noch immer zwischen ihnen, und Foucault stand vor dem Regiments derKönigin.
Endlich ließ der Marschall Türenne, der die Sache zu enden wünschte, drey Ba-taillons von den Garden, die Engländer, Bandeville und den ganzen Nest der Infan-terie, sowie er anlangte, vorrücken; und weil die Front nun stärker als die feindlicheward, so gaben die äußersten Bataillons Feuer auf die Flauquen, da indeß die ersten
Ggg 2 das