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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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456
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456 Feldzug von, Jahr 1674.

und rettete den Damm, von dem am 26sten die erste Batterie gegen die Festung zu spie-len anfieng, und das Hauptquartier des Generals Rabenhaupt kam nach Balgoyen.

Am 27sten Julius wurde an der untern Maas die Gemeinschaftsbrücke der Be-lagerer fertig, und der Oberste Honderbeek gieng mit einem Corps über, faßte zur Lin-ken der Maas Posto, und stellte zu Vellep eine Wache von sechzig Mann auf den Kirch-hof. Der Gouverneur ließ die Wachen, die bis itzt noch auf dem Glacis der Festungaufgezogen, gegen diesen Posten anrücken, und unterstützte sie mit seiner ganzen Caval-lerie. Wahrend der Anstalten zur Attaque sprang auf dem Bastion O, dessen Artille-rie die Retraite der Truppen bedecken sollte, einem Artilleristen die Zündruthe aus derHand, und zündete auf hundert und fünfzig Schritt davon ein Magazin von eilf Ton-nen Pulvers, wovon alle Stücken des Bastions unbrauchbar wurden. Dennoch ließChamilly den Angriff thun, und die Belagrer wurden vertrieben. Als aber aus ihremLager Verstärkung anrückte, und die Truppen der Besatzung sich zurückzogen, bliebensechs französische Officiers, die vom Thurme recognoscirt hatten, zurück, und wurdenfür ihre Neugier empfangen. Am aysten öffneten die Alliirten die Laufgräben längst desDammes von Ravenstein, der durch seine Krümmungen ihre Arbeiten bedeckte. DerDamm blieb ihnen zur Rechten, und die Laufgräben wurden zwischen ihm und demFluß, der ganz ungewöhnlich seicht war, gerade auf das Bastion v, an dem Flusse,gezogen. Die Besatzung durchschnitt das dortige Terrain mit sechs Traversen von Pal-lisaden, im Plane mit V bezeichnet, damit die Belagrer nicht wagen möchten, wenn siedurch die Batterien das Bastion zu Grunde gerichtet hätten, von dieser Seite ab, alleübrige Werke zur Rechten lassend, den Sturm zu unternehmen. Der General Spamstieß mit den brandenburgischen Truppen zum Belagerungscorps, und vom 29sten Ju-lius zum zten August wurde die erste Batterie zwischen dem Damme und dem Flussevon sieben Stücken aufgeführt, eine andre aber von der Seite von Niederassel von demFeuer der Besatzung demontirt.

Indeß bedeckten die Krümmungen des Dammes und seine Stärke die Arbeitender Belagerer mit so großen Vortheilen, daß nach weniger Tage Arbeit allerdings zubefürchten stand, daß die Belagerer den Vorgraben erreichten, der sodann mit leichterMühe abzulassen war, weil nicht nur seine Wasser, sondern auch die von dem Haupt-graben, nicht wie gewöhnlich durch einen Bär von Stein, sondern blos durch denDamm aufgehalten wurden. Der Gouverneur, der bey diesen und den übrigen Um-ständen der Festung die Vertheidigung des Vorgrabens für das Hauptwerk ansah, be-schloß, hier das Mögliche zu thun, und nicht nur auf dem Glacis selbst in der Gegend,