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Feldzug vom Jahr 1675.
tenhovett. Ein Corps von sechs tausend Mann ihrer und des Reichs Truppen bliebunter dem Markgrafen von Baden im Brisgau zurück, und ein Corps Cavallerie un-fern von den Brücken der Armee. Türenne, der das Land und die Gränzen kennte,wie weit er, ohne Straßburg zu verlassen, zur Linken des Rheins folgen dürfte, ließseine ganze Armee im Lager zu Achenheim, und gieng, sobald er den Marsch der Armeedes Kaisers nach Speyer erfahren hatte, mit tausend Dragonern und vier hundertPferden bis nach Hagenau, von daraus er fünfhundert Mann Infanterie unter demHerrn von Enonvitle, einem Officier von bekanntem Verdienst, nach Philippsburg ein-warf, und sodann zu der Armee wieder zurückkehrte.
Indeß streiften die leichten Truppen der Deutschen bis gegen Lauterburg hin; ein Plan 16. ausCorps Cavallerie war gegen Neustadt und Landau verlegt. Es wurden Anstalten zur Ramsay.Belagerung gemacht, Türenne aber blieb bey seinem Entwürfe, sich nicht von Straß-burg zu entfernen, und detaschirte, ehe noch die kaiserliche Armee übergegangen war,der: Generallieutenant, Marquis von Vaubrün, mit der Brigade Infante-rie Nambüre, sechs Stücken, und drey Regimentern Cavallerie nach Erstem an derIII, um in der Gegend des Dorfs Ottenheim, auf vier Stunden von Straßburg,über den Rhein eine Brücke zu schlagen. Der Rhein theilt sich daselbst in fünf Arme,lind hat durch seine Inseln eine große Breite. Man mußte über jeden Arm eine Brückeschlagen, und durch die Holzungen auf den Inseln Wege hauen, so daß das Unterneh-men nicht ohne Schwürigkeit war, besonders weil in dem Brisgau ein beträchtlichesCorps vom Feinde zurückgeblieben. Weil aber selbst die Schwürigkeit das Unterneh-men in dortiger Gegend unwahrscheinlich machte, und die Schiffe und alles, was manzum Bau gebrauchte, von Breysach ankamen, so wurde am 2isten Iunius in Zeit vonvier Tagen diese Brücke mit einer Verschanzung an der Tete fertig. Zu eben der Zeitaber erhielt Türenne die Nachricht, daß die ganze Armee der Feinde übergegangen wäre,und ließ, weil er genau seine Schritte nach den ihriger! messen mußte, die Brücke überden lctztewArm wieder abwerfen. Nachdem aber am 5ten von dü Fay, dem Com-mandant von Philippsburg', neue Nachricht gekommen, daß die Feinde die Brückeabgeworfen härten, und wieder zur Rechten des Rheins stünden, so ließ auch der Mar-schall die seine wieder herstellen, welches in Zeit von vier und zwanzig Stunden geschah,so daß Türenne am 6ten übergieng, und die Verschanzungen und die Ufer des Rheinsbis nach Ottenheim recognoscirte. Am folgenden Tage des Morgens um zwey Uhrbrach die französische Armee, nachdem sie Brodt auf vier Tage empfangen hatte, ausihrem Lager auf, um den Rhein zu passiren, und das Corps des Generallieutenants
Vaubrün