48s Feldzug von: Jahr 1675.
Vaubrün hatte die Avantgarde; die Regen aber machten den Marsch, besonders in der:.Inseln, die morastig sind, so beschwerlich, daß, obgleich vom alten Lager bis nach Ot-tenheim nur fünf Stunden Weges waren, die letzten Truppen dennoch nicht eher alsam folgenden Morgen um acht Uhr anlangten. Der Marschall verblieb die ganze Nachtan der letzten der Brücken, und ließ, sobald die Arriergarde eingetroffen war, die Tetesofort wieder marschiren, und erreichte des Abends um fünf Uhr, ohngeachtet aller De-filees und des beständigen Regens, den Posten zu Willstädt, so die Absicht seiner BrückeMerlan, und seines Marsches gewesen. Und es war auch, wie die deutsche Relation sagt, diesin Wahrheit der entscheidende Posten, weil er den Deutschen alle Gemeinschaft mitStraßburg abschnitt, und durch Waldungen und Moräste gegen allen Angriff ge-deckt war.
Die französische Armee lagerte sich zwischen Willstädt und Eckerswihr bis gegenKehl, nächst bey dem Rheinpaß zu Straßburg. Eckerswihr liegt an der Schütter,und Willstädt war damals ein Städtchen mit einem Schlosse an der Kinzig, beydesdie Stadt und das Schloß von dem Flusse umgeben. Die Feinde hatten zu Offem-burg ein großes Magazin, so daß dieser Platz ihnen beydes wegen diesem und wegender Gemeinschaft mit Freyburg und dem ganzen Brisgau wichtig war; und man sagtdaher, daß der erste Entwurf des Marschalls gewesen, jenseits der Kinzig sich zu la-gern, und ihnen die Gemeinschaft beydes mit Straßburg und Offemburg zu einerleyZeit abzuschneiden. Weil aber die Beschaffenheit des Landes dem Entwürfe nicht ent-sprach, so gab Türenne die letzte Hoffnung auf, ließ aber, da ihm noch einige Zeit biszur Ankunft der Deutschen überblieb, gleich am 9ten den Platz mit vier hundert MannInfanterie, hundert und fünfzig Freywilligen, vier hundert Dragonern und fünf hun-dert Pferden unter dem Generallieutenant Vaubrün recognosciren. Allein der Mark-graf von Baden hatte den Platz mit zwey tausend Mann von dem Corps, so im Briß-gau zurückgeblieben war, besetzt, und die Mauern mit Artillerie versehen, so daß derselbeeine förmliche Belagerung foderte, die der Marschall in der Nähe einer großen Armee,und da er seine sowohl als Straßburgs Brücken zu bewahren hatte, nicht unternehmenkonnte. Dennoch war Montecuculli nicht wenig für denselben besorgt, und ließ gleichauf die erste Nachricht, daß die Brücke der Franzosen gebaut würde, bereits zwischendem 4ten und 5ten die seine wieder aufheben, und die Armee übergehn, um Offem-burg zu erretterr, und die Gemeinschaft mit Straßburg zu erhalten, wozu er, wie manChavagnac. sagt, selbst den Posten von Willstädt sich ersehen hatte. Die Armee gieng mit schnel-len Märschen bis Rastadt, und der Graf von Chavagnac mit dem Prinzen Herrmann
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