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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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491
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Feldzug vorn Jahr 1675. 491

ihn abzuschneiden suchten, dennoch glücklich entkam, weil sie von den Brücken nichtswußten, und folglich ihre Gedanken auf eine Passage gerichtet hatten, die ohne diesel-ben am bequemsten war. Ob nun gleich, einige kleine Scharmützel ungerechnet, nichtsmerkwürdiges bey den Armeen vorfiel, so schien doch allerdings die französische Stellungim Betracht der Entfernung ihrer Posten bedenklich, und der Marschall Türenne be-schloß, nachdem die Ufer des Rheins recognoscirt worden, seine Brücke naher an sichzu ziehen, und zu Altenheim, dem damaligen Hauptquartier, schlagen zu lassen. DieArbeit wurde am 22sten angefangen, und am 26sten vollendet, in einer Gegend, diein Ansehung der Inseln und der Arme des Rheins der vorigen ähnlich, Straßburg aberum zwo Stunden naher war, so daß nun die Behauptung von beyden um so leichterwurde, und der Feinde Hoffnungen verschwanden.

Montecuculli, der zu beyden Brücken den Weg gesperrt sah, und auch im Bris-gau nicht weiter vorrücken konnte, ohne Gefahr von seinen Magazinen abgeschnitten zuwerden, und auf einen schmalen Strich Landes ohne Unterhalt sich eingeschränkt zusehn, zog einen großen Convoi von Mehl aus Freyburg an sich, und brach den 26stenaus seinem Lager bey der Abtey Schüttern wieder aus, und lagerte sich zu Offembmg.

Alle diese Marsche geschahen mit ausnehmender Vorsicht; und weil die französische Ar- Cbüvagnac.mee ihm bey dem Anmärsche zur Rechten und bey dem Rückmärsche zur Linken, undfast parallel war, so ordnete Montecuculli alles mit so viel Sorgfalt und Kunst, daßdie ganze Armee bey dem ersten Allarm durch eine einzige Wendung zur Rechten oderLinken in drey Treffen en Kamille stand, und die Bagage, ob sie gleich nie dem Mar-sche hinderlich war, dennoch allezeit mit den Truppen zugleich eintraf.

Indeß begab sich der Marschall Türenne gleichfalls nach Willstadt zurück. Weiler aber erkannte, daß nach Verlorner Hoffnung der Feinde auf die Brücken kein beßrerEntwurf ihnen übrig blieb, als so nahe als möglich an Straßburg dem Rheine sich zunahen, und vermittelst der Schifffahrt Gemeinschaft mit der Stadt zu erhalten, so be-schloß er, beständig getreu ihnen zur Seite zu bleiben, und allen den Vorsprung sich zuversichern, der mit der Sicherheit seiner Brücken bestand. Die Armee gieng zwischenWillstädt und Straßburg über die Kinzig, und lagerte sich, Straßburg im Rücken, mitdem rechten zu Neumühl au den Fluß, und mit dem linken unter dem Grafen von Lor-ges gegen Bodersweyer. Der Vorsichten aber, die man wegen der Schifffahrt desRheins brauchen mußte, waren nicht wenig, weil der Strom so viel Arme und In-seln daselbst hat, die voller Waldungen sind, und zum Theil verschanzt waren, undvon den Bauern, die mit Eifer deutsch gesinnt, vertheidigt wurden. Am folgenden

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