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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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501
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Feldzug vom Jahr 1675. 501

daß nicht nur die Dragoner in Unordnung gebracht, sondern auch Vaubrün, ehe ereine Stellung genommen, angegriffen, und mit den ersten Escadrons geschlagen, selbstverwundet, und beynahe gefangen wurde. Der Marquis von Bouflers hielt zwarhierauf zu verschiednen malen Stand, die Feinde aber verfolgten noch immer ihrenSieg, bis endlich der Marschall Türenne vier Bataillons vorrücken ließ, und mit ihnendie Hecken, gegen welche die Feinde anrennten, besetzte, so daß mit einmal der Standdes Gefechts sich wandte. Eben zu der Zeit wurde der Marechal de Camp, Marquisvon Tracy, der jenseits einer Hecke recognosciren wollte, plötzlich von dem Oberstlieu-tenant Ati, vom Negimente Trautmannsdorf, den der General, weil er französischsprach, mit seinem Trupp für Franzosen gehalten, gefangen, und dieser berichtete demPrinz von Lothringen, daß Türenne selbst mit einem großen Theile der Armee da sey.Da nun die andern Gefangnen eben dasselbe aussagten, zog sich sofort der Prinz vonLothringen zurück, jedoch nicht ohne Gefahr, weil ein Theil seiner Escadrons dicht vorder französischen Infanterie vorbey mußte. Es schützte ihn aber der Nebel, durch denman Feind für Freund ansah, und der Marschall fand nicht für gut, wahrend desselbenin einem so schweren und nicht gekannten Terrain ihn zu verfolgen, da man nicht wissenkonnte, ob und wie stark die Armee ihn unterstützte. Caprara, der bis Waghurst vor-gerückt war, und Gefahr, in die ganze Armee einzurennen, gelaufen, gieng, nachdemer aus dem Feuer den Stand der Sache beurtheilen können, und weder von seinem Ge-nerale noch dem Prinzen von Lothringen Nachricht erhalten, wieder nach dem Gebirgezurück. Die Attaque gegen den Graf Hamilton verirrte sich, wie man sagt, undmarschirte die ganze Nacht durch, obgleich von der Mühle, so die Feinde besetzt hatten,bis zu dem Posten nicht viel über fünf hundert Schritt waren, und ein weniges mehrvon der Mühle nach dem Lager; die Signale geschahen nicht, und es unterblieb mitihnen die Attaque gegen das Lager von Bischen, und verwändelte sich in leichte blindeAllarms.

Indeß verfolgte der Marschall seilten Entwurf auf dem nämlichen Wege, dender Prinz von Lothringen zum Rückzüge gehabt, und erreichte am 2q.stcn des Morgensum neun Uhr das Dorf Gamsenhausen, nachdem er, sobald der Nebel gefallen war,sich in den Marsch gesetzt, und gleich von der Ziegelhütte ab beständig einen Damm zuseiner Rechten behalten hatte, der daselbst die Wiesen durchschneidet, um einen ehmalsnassen, ißt trocknen, Graben aufzuhalten.

Die Truppen lagerten sich in den Wiesen mit der Rechten an dem Bache, der sievon dem Dorfe schied, und vor der Front den Wald, der sie zur Linken auch rückwärts

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