Sorbonne. 39
schwören, daß er keine Absicht habe, in eine Societätoder weltliche Congregation sich zu begeben, wofern ersolches thäte, so wolle er aller Rechte in der Sor-bonne verlustig seyn. Robert von Sorbonneerlaubte, daß die Doktoren und Baccalauren armeStudenten bei sich haben durften, welche Gewohnheitnoch 1789 bestand», für Manchen der Grund zu seinemGlücke geworden ist. Seit dem Jahre 1253 sind indiesem Collegium beständig wenigstes sechs Professorengewesen, welche die verschiedenen Theile der Theologieumsonst gelehrt, ehe noch besondere theologische Lehr-, stuhle gestiftet worden; es mußten sich immer einigebesonders auf die Sittenlehre und Casuistik legen.Zur Verwalmng des CollegiumS errichtete Robertverschiedene Stellen. Die erste hatte der Provisor, derimmer aus den Personen vom ersten Range genom-men ward; die zweite der Prior, der stets aus den800 Ü 8 Laceslsurais gewählt ward, bei Versamm-lungen und feierlichen Handlungen den Vorsitz hatte,und alle Abende die Schlüssel des Hauses in Ver-wahrung bekam. Die übrigen. Stellen waren.- derSenior, Conscriptor, die Professoren, der Bibliothe-kar, die Procuratoren rc. rc. Von der ersten Stiftungan sollen sechsunddreißig besondere Zimmer in demHause der Sorbonne gewesen seyn, und als der KardinalRichelieu dieses Gebäude von neuem prächtig her-stellen ließ, so kam noch ein Zimmer hinzu. Diesestebenunddreißig Zimmer wurden theils von Doktoren,theils von Baccalauren bewohnt. Robert erhielt fürsein Institut die Bestätigung des PabstcS und desKönigs, ansehnliche Vermächtnisse und Schenkungen,und legte eine Bibliothek darin an, die in kurzer Zeitbeträchtlich anwuchs. Im Jahre 1271 führte er fürdie Humanioren und die Philosophie, in einem nahebei der Sorbonne stehendem Hause ein neues Kolle-gium, das die kleine Sorbonne genannt wurde,