Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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46 Sorgenfrei. Sorgfalt.

Auch in dieser Bedeutung ist das zusammengesetztebesorgen gangbar.

Sorgenfrei, Bei- und Nebenwort, frei vonSorgen. Ein sorgenfreies Gemüth. ImNiedersächsischen gebraucht man eö auch adjective:eine sorgenfreie Sache, für welche man nichtbesorgt seyn darf.

Sorgenlos/ Bei-und Nebenwort, wie das vorige,ob es gleich nicht so üblich ist. Jchbinjetztsor-genlos, habe keine Sorgen mehr. Ein sorgen-loses Gemüth.

Sorgenvoll, Bei- und Nebenwort, voller Sor-gen, vi el Sorgen habend oder empfindend.

Sorgenstuhl, in einigen Gegenden Deutschlands, be-sonders im nördlichen, die Benennung eines Arm-oder Lehnstuhls, der gewöhnlich gepolstert ist, und da-her, weiter sehr bequem ist, seinen Sorgen darin nach-zuhangen, diesen Namen erhalten hat. Er führt auchwohl den Namen Großvaterstuhl, weil er gewöhn-lich alten Leuten, den Großeltern in der Familie, zumbequemen Ruhesitze dient; s. den Art. Stuhl.

Sorgfalt, die ernstliche Richtung des Gemüths anfeinen Gegenstand und dessen sämmtliche einzelneTheile, oder auch die einzelne Richtung des Gemüthsauf die mit uns verbundenen Dinge und auf unsergehöriges Verhalten gegen dieselben, und in engererBedeutung, die Fertigkeit dieses Betragens, dieSorgfaltigkeit. Etwas mit vieler Sorg-falt betrachten, untersuchen, verrichten.Sorgfalcanwenden. Nach Adclung soll dieerste Hälfte dieses Wortes von dem Zeitworte sorgen,in seiner wettern Bedeutung herkommen; das Suf-strum fält aber dunkel seyn, weil es in dieser Zusam-mensetzung bei den ältesten Schriftstellern nicht vor-kommt; wenn es nicht von walten, Wille, odereinem ähnlichen Worte abstammt, so scheint es eine