Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sößling. Soubrette. 59

reich zu uns herüber gekommen sind, um unsere Gau-men zu reizen.

Sößling, eine Niedersächsische Scheidemünze, welcheeinen Dreier an Werth ist oder auch einen GrootFlämisch.

Gorhan und Sorhanig, Bei- und Nebenwort,welches im Hochdeutschen Nicht vorkommt; aberin den Süddeutschen Kanzleien und auch hinund wieder in den Norddeutschen Es bedeutet1) solch. Auf sothanigeS oder sothaneö eu-rer Bitte; 2) dergestalt. Es ist sothan odersothanig eingerichtet, daß :c. Ehemals brauchteman auch das Wort wiegethan.

Sorrel, in der Land wirthschaft, in Thüringen einStück Acker, welches ungefähr zwei Ruthen breit,übrigens aber in der Lange nicht beschränkt ist; zumUnterschiede von einem Strichet, welcher 1 Ruthe,einer Dreigarte, welche 3 Ruthen, und einem Ge-lenge, welches 4 Ruthen breit ist.

Kottiss, Sottise, Dummheit, Albernheit, dummerStreich. Dieses Französische Wort hat sich bei unseingebürgert; denn man sagt sehr oft: dieser oderjener hat eine Sottise begangen, gemacht,einen dummen Streich, eine Albernheit.

Soubrette, Zofe, Kammerkähchen, auch ein Franzö-sisches Wort, welches besonders vom Theater zu unsin daö bürgerliche Leben gekommen, aber auch nurgebraucht wird, wenn man von den Rollen der Schau-spielerinnen, überhaupt vom Theater spricht. WelcheEigenschaften eine gute Soubrette haben muß, umsich sowohl bei ihrer Gebieterin, als auch im Theaterauf den 'Lirettern zu erhalten, gehört nicht hierher zuentwickeln; soviel ist indessen gewiß, daß sie äußerstgeschmeidig, biegsam, leichtsinnig, eitel, zweizüngig,schwarz und weiß, und listig seyn muß, wenn sie ihrenPosten, als Zofe, bei einer Frau von Stande, über-