66 Souffleur.
Regisseuren das erste Mitglied; er greift eben so wirk-sam in die Maschine, wie die eben genannten Perso-nen; denn von ihm hängt die Ordnung und der rascheGang der Vorstellung größtentheils ab, und ist er einseines Amtes ganz fähiger Mann, so verdient er schonin Rücksicht seiner ununterbrochenen mühevollen Thä-tigkeit und Geschäftigkeit wegen die Achtung und denwärmsten Dank, sowohl der Schauspieler, als auchdes Publikums; er verdient daher gewiß den Schau-spielern gleich geseht zu werden, und nicht, wie es beiso vielen Bühnen geschieht, diesen nachzustehen odernachgesetzt zu werden. Es versteht sich, daß hier nurvon solchen Subjecten die Rede ist, welche die oben an-geführten Kenntnisse besitzen,». Routine in ihrem Fachehaben. Denn bei vielen Bühnen hatte man mehren-kheils nur Leute inö Sousfleurloch verwiesen, die nurerträglich lesen konnten, und auch oft nicht einmal die-ses, und daher ist auch die Geringschätzung dieser Män-ner und der Irrglaube entstanden, daß sie mehr scha-den, als nützen, und daher ganz abgeschafft werdenmüßten. Der Fehler liegt aber nicht in der Sache,sondern in der Bestallung.
Was noch beim Souffliren in Betrachtunggezogen werden muß, ist der wirklich unästhetischeSouffleurkasten, den Kotzebue sehr passendmit einem Bienenkörbe vergleicht, um den sich dieSchauspieler wie Raubbienen drängen, den Honig derRede wegzuschnappen, der ihrem Gedächtnisse ent-schwunden ist. Dieser Kasten müßte auf eine anständi-gere und der Täuschung weniger schädliche Art umge-wandelt werden. Ein geschickter Maschinist würde sichdaher bei einer sinnreichen Erfindung, diesen kahlenPlatz des Souffleurs anständig zu verdecken, einenbleibenden Nachruhm in den Annalen der Theaterweltstiften. Zum Beispiel, wenn dieser Kasten bei denVerwandlungen sich auch passend verwandelte, nämlich:in einen Busch, Felsen Möbel rc. nach dem Charakter