Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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108 Souveränität,

Ach ein Fürst und Herr ist ein großer Fuhrmann, erreitet große theure Hengste und stattliche Cavallen, diewollen traun des besten Futters voll stecke», den Zaumfrei und lang haben, die Sporen nicht leide», auf denGasten die quer gehen, um sich schlagen, stoßen, bei-ßen, darüber ganz hochgeehrt und gefürchtet unter demSattel und Schmuck ihres Herrn seyn, wenn sie diedann und das Kollern ankommt, die Herrn auf dasPflaster legen, daß Land und Leute an ihm zu labenund zu kühlen haben; sollte daher ein Herr nicht denZügel in der Hand fest halten? Dieses wird nunaber fein geschehen können, wenn ein Herr nicht Al-les mit fremden Augen sieht, sondern gute Achtungauf das Goubernament hat, wenn er immer hintenund vorn in der Regierung ist, sich nach allem er-kundiget, dem Eigennutz mancher Beamten Schrankensetzt, die die armen Unterthanen unter dem Schein ih-res Amtes schinden, schaben, unterdrücken, die Sachenverschleppen, nicht fördern, und im Namen des Re-genten viel thun, von dem er oft weniger denn nichtsweiß, thun, wie jener sagte: Hier fahre Mist, weildu Vogt bist, schneide die besten Pfeifen, weil du imRohre sitzest. 8ive sit raptum, sive eaptum, mollo8it mrki sptnin. Nur Alles in meinen Sack undsonst keinem Menschen gedient, wie man es hin undwieder an Fürsten und Herrn Höfen nnd in den Re-gimenten sieht, daß hungrige Mücken sich bald belesenund bei ihren Aemtern, da sie doch nicht so große Be-soldung haben, reich und fett werden, und ehe mandessen gewahr wird, allen Glanz, der dem Fürsten undHerrn allein gebühret, auf sich ziehen. Daher sollein Fürst und Herr wissen, daß er seiner UnterthanenHaupt ist, und so wie ein Haupt Augen hat, damites alles übersieht, Ohren, damit es alles hört, Nase,damit es alles riecht, Zähne, zum Kauen und demMagen die Speisen zuzuschicken. Mund und Zungedamit es redet, so soll ein Regent auch sein. WackreAugen soll er haben, und fleißig zusehen, daß seineRäthe in ihrem befohlenen Zimte treu und fleißigseyen; Ohren soll er haben, um das Seufzen undKlagen seiner Unterthanen zu hören; Gehirn soll erhaben, um über die Staatsgeschäft« nachzudenken;