Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Souveränität. 109

eine Nase soll er haben, um nach Befinden der Um-stände, bald zu riechen, wo und wie die Sachen stehenund der Hund begraben liegt, auch sich mit der Nasenicht herumführen lassen. Mund, Zunge und Zahnesoll er haben, um kräftig um sich zu beißen, wenn ervermerkt, daß die Rathe und Beamten den Hund wollenhinken lassen und nicht nach Billigkeit handeln. Wenndie Räthe diese Eigenschaften an einem jungen Re-genten bemerken, werden sie in ihrem Fleiße auch nichtnachlassen, viel Unrechts wird dadurch verbleiben, undes wird wohl um einen Herrn und sein Regiment stehen.Dem christlichen König Alfonso wird nachgerühmt,daß er die Zeit seines Lebens hindurch vierzehnmal dieBibel soll durchgelesen haben, sich auch sonst der al-lerbesten und edelsten Bücher beflissen, solche mit sichüber Feld geführt und so eine große Lust und Wohl-gefallen zu guten Büchern getragen, daß man ihn,wenn er in seinem Zimmer allein gewesen, selten ohneBuch gefunden; daher er auch ein Buch in seinemWappen geführet. Ja er soll eine Zeit gesagt haben:Er hätte viele feine Leute und vornehme Räthe anseinem Hofe, aber seine Bücher wären viel geraderund treuer, als jene alle mit einander; sie sprechennicht Mum, Mum, behielten keinen Brey im Maule,nehmen kein Blatt davor, scheuten weder Gnade,noch Ungnade, und predigten ihm getreu, wie er Landund Leute zu regieren habe. Diesen und ähnlichenBeispielen soll ein junger Fürst nachfolgen, guteBücher schätzen und fleißig lesen, sie seinen Rä-then vorziehe», so wird's ihm nicht an Verstandmangeln; denn aus solchen Regenten werden endlichtapfere Leute, die baß zum Regieren dienen, als die-jenigen, die nur Gläser leeren und Kreiser umstürze»,und wenn ihlic» sonst die Zeit lang wird, allerlei Ale-fanzerepcn treiben.

Da endlich die Welt jetziger Zeit sehr böse ist, undunter den Unterthanen ein wildes, freches, muthwilli-ges Gesindelein gefunden wird, die sich wider desFürsten und Herrn treue christliche Räthe mit allerGewalt setzen, wenn sie diesen oder jenen Bescheid,abfchlägliche Antwort im Namen des Herrn geben,