Spallier. 143
ölfirnrß), wie beim Bleyweiß angegeben worden. Umdie Farbe zu verdünnen, sehe man etwas Terpentinölzu. Der Anstrich geschieht mit einem Borstenpinsel,den man vorher oben etwas mit Bindfaden zusam-menbindet, damit er sich nicht spreißt oder von einandergiebt während des Streichens, sondern einen glatten,ebenen Strich mache. Im freien Lande macht manauch dergleichen Gerüste von Latten oder Gitterwerke,oder Pfählen, um Bäume daran zu ziehen. Auch hatman kleine Spalliere von Holz für kleinere Gewächse,als zu den Pelargonien oder Geranien, Kranichschnä-beln rc.; sie sind oben breit und gehen nach untenschmal zu. Die Haupthölzer erhalten Oesfnungenoder Löcher, durch welche die Querhölzer hindurch ge-hen, welche denn durch Zapfen befestiget werden, wieman dergleichen Spalliere hat, um den sogenanntenRosengeranium, kelar^oistruir rossnni, zuziehen.
Man gebraucht die Spalliere nur um den Mau-ern und Planken, womit die Gärten umgeben sind,ein besseres Ansehen zu geben, oder um eine Absonde-rung in den Gärten zu machen. Der Vortheil der-selben besteht darin, daß sie 1) dem Garten eine grö-ßere Schönheit und besseres Ansehen geben; 2) daßdie besten und edelsten Obstarten und Weine dazuausgesucht werden; 3) daß eben diese Früchte an demSpalliere, wenn dieses besonders an einer Wand steht,die gegen Mittag liegt, besser wachsen und reisen,schöner und größer werden, als an andern Orten desGartens; ».endlich 4) daß sie auch in größerer Mengefortkommen. Die Schattenseiten der Spalliere sinddagegen: mehr Kosten, Arbeit und Wartung. —Man nennt auch ein halbleinenes und halbseidenesGewebe, welches anstatt der Tapeten zum Ausschlagender Zimmer dient, ein Spallier. — In Hinsicht derSprache stammt das Wort Spallier, nach Adelung,