Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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144 Spallierbaum.

aus dem Italienischen Lpalllevs, welches wieder vondem Lateinischen I*rstr>8, ein Pfahl, hergeleitet worden,oder so fern es auch von einer Bekleidung gebrauchtwird, scheint es von ?6Hi8, das Fell, abzustammen, weilman, wie schon oben angeführt worden, auch in eini-gen Gegenden die Tapeten Stuben-Spalliere zu nennenpflegt.

SpcrlIicrbaum,Spalierbaum,Spallierbäume,Geländerbäume, beim Gärtner, ein Baum,der am Spalliere gezogen wird, das heißt, an freiste-henden Geländern oder an Mauerwändeu. Man hatgefunden, daß dasjenige Obst, welches an alten rußi-gen, schwarzen Wänden gezogen wird, weit schnellerreift, als dasjenige, welches an weißen, an hellenWänden gezogen worden; da also die schwarzen Kör-per, wie bekannt, im höchsten Grade die Eigenschaftbesitzen, das Licht aufzufangen und zu verschlucken,und daß sie sich daher schnell und stark erhitzen, unddiese Hitze oder Wärme eine ganze Zeit sich zu erhaltensuchen, so ist ma» auch auf die Idee gekommen, dieFrüchte der Spallierbäume an schwarzen oder schwärz»liehen Mauern zu erziehen, um sie früher zur Reife zubringen, weil sie den Einfluß der Wärme starker em-pfinden. Es ist daher sehr gut, die Mauern, an denenman Spalierbäume erziehen will, oder auch Wein rc.,schwarz anzustreichen. Dieser Rath gründet sich nichtbloß auf Grundsätze und Theorie, sondern auf einefünfzehnjährige Erfahrung, die ein Gartenbesitzer inseinem Garten angestellt hat, wo ein Rebenstock vonungeheurer Stärke, welcher selbst in den heißestenJahren keine ganz reife Früchte gab, vermittelst diesesVerfahrens jedes Jahr vollkommen reise Früchte lie-ferte. Die übrigen Früchte, welche an derselbenMauer standen, reiften dreißig bis vierzig Tage früher,als an den Spalierwänden der benachbarten Gärtenvon gleicher Lage. Man kann daher nichts besser