Spanien. 183
Andächteley rc. Der Ackerbau, der bei dem äußerstfruchtbaren Boden, wenn er thätig betrieben würde,Millionen fremden Geldes ins Land bringen könnte,ist so sehr vernachläßiget, daß man beinahe jährlichden dreißigsten Theil des Getreidebedarfö vorn Aus-lande einführen muß, nach Bourgoing für 6 Millio-nen Livres. Ganze Strecken des besten Erdreichs lie-gen ungebauet, unterdenen viele freilich nicht angebauetwerden konnten, weil der Weidenzwang für die wandern-den Schafherden eingeführt war; nur die arbeitsamenEinwohner von Valenzia haben rauhe Felfen undMoräste mit unsäglicher Mühe in fruchtbare Getrei-defelder u. Maulbeerbaumpflanzungen verwandelt; auchsind die Güter der Geistlichen und der Klöster ungleichbesser kultivirt, als diejenigen der Weltlichen. — Vonallen Getreidearten findet man am häufigsten Weihen,Gerste und Panizo gebauet. Die Letztere, eine ArtHirse, welche dem Mais ähnliche Aehren, aber nurkleine Körner hat, vervielfältiget sich sehr, und wirdnicht nur zum Futter für das Vieh, sondern auch zuBrod gebraucht. Rocken wird nicht so häufig gebauet,und der Hafer ist noch seltener. Eine Art Erbsen, G a-ravangoö genannt, find sehr gemein im Gebrauche.Ueberhaupt ist zwischen den mittlern und äußern Pro-vinzen, in Ansehung des Anbaues und der Fruchtbar-keit, ein großer Unterschied. Die mittlern oder innernProvinzen sind sehr heiß, haben zum Theil einen dür-ren, unfruchtbaren Boden und wenige Flüsse, daherhat man sich hier weniger aus den Anbau des Bodensgelegt, als in den äußern, die besser bewässert sind,mehr Schatten haben, und wegen dcrLage am Meere,auch ihre Naturprodukte weit besser ausführen können.In den südlichen Provinzen trocknet das Getreidewegen der übergroßen Hitze und des Mangels an Re-gen sehr schnell, und soll eine Härte gleich dem Lief-ländischen gedörrten Getreide erhalten, daher wird es