184 Spanien.
in den Erndte. Monaten, nachdem es abgeschnittenworden, sogleich auf den unter freiem Himmel aufdem Felde liegenden Tennen, die gewöhnlich mit klei-nen Kieselsteinen gepflastert sind, arrsgedroschen; inden übrigen Landschaften bediente man sich noch biszu Anfange dieses Jahrhunderts eines viereckigtcnBrettes, einer Quadratelle groß, das unten eingekerbtund mit kleinen scharfen Feuersteinen Reihenweise be-seht war. Auf dasselbe trat ein Mann, und trieb zweidaran gespannte Maulthiere oder Ochsen aus demGetreide im Kreise herum. — Flachs- und Hanfbauhat sich in den neuern Zeiten ziemlich stark verbreitet,und in einigen Gegenden ist man auch stark mit demBau des Safrans, des Krapps, des Waids, derBaumwolle, und in Granada und Valenzia auch desZuckerrohrs beschäftiget. — Der Safran wird inla Mancha und Andalusien in so großer Menge ge-bauet, daß man nicht allein ganz Spanien damit ver-sorgen, sondern auch ganz Europa damit versehenkönnte. Die Spanier thun ihn an alle Speisen, erwird auch häufig in andere Lander und nach Amerikaausgeführt; s. auch den Art. Safran. Das Pfundkostete daselbst in guten Jahren 5 Piaster. Um ihnschwer zu machen, wird er mehr als einmal durch Oelgezogen. — Um den Ackerbau zu heben, und den'^doden in mehreren Gegenden des Reichs, besondersaber die Sierra Morena urbar zu machen, hatten sichschon mehrere patriotisch denkende edle Männer fürdas Hinziehen der Kolonisten in solche unbebaute,wüste, rauhe Stellen geäußert; allein ihre Wünscheund Vorschläge wurden immer überhört, bis es demGrasen Paoli OlavideS gelang, daß seine imJahre 1?66, die Urbarmachung der Sierra Morenabetreffende Vorstellung zwei Jahre nachher von derRegierung genehmiget und auszuführen befohlenwurde. Die Sierra Morena, ein Gebirge, welches