188 Spanien.
quifition, wenn betitelte Keßer in ihre Hände fallen, inErwägung zieht, man wegen der Wohlfahrt unsererauf eine so unedle Weife dorthin gelockter vielen deut-schen Glaubensgenossen in billiger Beforgniß stehenmüsse, wenigstens mit Gewißheit behaupten könne, daßdiejenigen, die etwa ihr Leben als Beute davon getra-gen haben, anders reden müssen, wie sie denken. —Dieses war nun das Schicksal der von der Regierungversuchten Kolonisirung der Ausländer auf dem Bo-den Spaniens, um den Ackerbau zu befördern. Aufdiesen mißlungenen Versuch sind keine andern gefolgt;außer, daß in dem Zeitraume von Napoleons Herr-schaft, oder wenigstens unter seinem Einflüsse aufSpanien, mehrere Franzosen dahin gezogen sind, be-sonders mit dem damaligen, von Napoleon einge-setzten Könige Joseph Napoleon, wodurch ein re-geres Leben in den Gewerben zwar entstanden, welchesaber durch den Krieg und den nachfolgenden Revolu-tionen wieder vernichtet worden, ja Letztere haben denAckerbau, der sich hin und wieder neu zu beleben an-fing, einen empfindlichen Stoß versetzt, von dem ersich sobald nicht wieder wird erholen können.
Der Gartenbau und die Obsibaumzuchtwerden auch, nach dem Verhältniß des Bodens undKlimas, nicht stark genug betrieben, nur zwei Gegen-stände darin, der Wein- und Oelöau, beschäftigen dieAufmerksamkeit des Spaniers und spornen seinen Fleiß.Aus den Weintrauben bereitet man entweder Weinoder Rosinen, und führt dabei einen großen Theil insAusland; aus den schlechteren Gattungen brennt manBraiiimveiu. Die weiurcichsteu Provinzen sind: Ka-stillen, Aragonien, Katalonien, Valenzia, Andalusien,Navarra und Galizien. Die Weine find von verschie-dener Farbe, und zum Theil ihrer stärke, zum Theilihrer Süßigkeit und Lieblichkeit wegen beliebt, der ge-wöhnliche Wein, der zu Madrid von Lruren aus al-