Spanien. 189
len Standen getrunken wird, ist der aus la Mancha.Der Oelbaum versieht das Land hinreichend mit Oes,obgleich man daselbst eine große Menge jährlich ver-zehrt.
Was die Viehzucht anbetrifft, so ist besondersdie Schafzucht in diesem Königreiche von großerBedeutuug, und ehemals noch mehr, als jetzt. Siewird das kostbarste Kleinod in der Krone der Königevon Spanien genannt, und zu ihren Gunsten sindmehrere den Ackerbau bedrückende Verordnungen inHinsicht der Weiden erschienen, um dieWanderschafedarauf zu erhalten. So z. B. hatten die reichen Be-sitzer der wandernden oder Merinoschafe: der Hof, derhohe Adel, die Geistlichkeit und die Klöster, das Rechtihre zahlreichen Herden auch aus fremden Grund undBoden durchziehen und weiden zu lassen; welchesRecht in neuerer Zeit etwas beschrankt,worden. Manrechnet auf das ganze Königreich 8 bis 10 Millionentheils wandernder und feinwolliger Merinos, theils still-liegender oder Stallschafe. Es giebt Eigenthümer von20, 30, auch wohl 40,000 Schafen; der Gewinn anfeiner Wolle wird auf 125 bis 130,000 Centner, anWerth 8,330,000 Thaler geschätzt; s. den ArtikelSchaf und Schafzucht, Th. 138 und 139. Aufdie Schafzucht folgt die Pferdezucht, welche be-sonders in Andalusien, Asturien und Cordova betrie-ben wird, aber doch durch den häufigen Gebrauch derMaulesel und der daher betriebenen Mauleselzuchteine Verminderung erlitten hat. Die AndalusischenPferde hält man für die schönsten, besonders dieHengste, und die Asturier für die stärksten. Die Maul-esel- oder Maulthierzucht wird stärker, als diePferdezucht betrieben, weil man sich dieser Thiere inden Gebirgen bedient. Die besten findet man in laMancha. Dasjenige Maulthier, welches den oft ausdreißig Maulchieren bestehenden Zug in den Gebirgen