Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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190 Spanien.

beschließt, trägt eine große cylinderförmige Glocke, de-ren Töne in den wilden Schluchten bei dem langsamenVerhallen schauerlich das Ohr treffen sollen. Dieschwer belasteten Thiere eines solchen Zuges, koosugenannt, sind an einander gebunden, und gehen einshinter dem andern her, und jene Glocke, die den male-rischen Namen führt, sagt dem Führer, daß

der Zug bei einander ist. — Die Rindviehzuchtwird in Spanien am nachläßigsten betrieben, weil mankeine Butter macht, sondern sich statt derselben desOlivenöls, und statt der Kuhmilch der Ziegenmilch be-dient; auch Käse wird nur sehr wenig verfertiget. In-dessen braucht man die Stiere zum Slietgefechte undzu den Fovillmlkts, Kampfspielen, welche die Stier-gefechte im Kleinen nachahmen. Man gebraucht hierzudie jungen Stiere (lVovillos), die man aber nicht töd-tet, sondern bloß mit kleinen Wurfpfeilen, die mit bun-ten Flittern ausgeschmückt sind ( LmickeiMus), aufeinem Marktplahe herumheht. Da diese auf dieseWeise geängstigt?» Thiere nicht selten über die nurniedrigen Schranken oder Barrieren hinwegsehen undin die Haufen der Zuschauer springen, so werden ihnendie Hörner gestumpft und mit Wülsten von Leder be-deckt, auf welche Weise nicht leicht Schaden angerich-tet werden kann. An diesen Spielen, so einförmig sieauch sind, hangt das Volk mit Leib und Leben, undes wird nicht satt, an den wunderlichen Sprüngen desmit Pfeilen beworsenen Stiers sich zu ergötzen. Dasübrige Rindvieh wird dann auch noch zum Ziehen derBauernwagen gebraucht. Man spannt zwei Ochsenvor einen solchen winzigen Vaueriiwagcn, dessen uii-geschmierte Räder gar keine Felgen haben, sondernnur eine große Scheibe bilden, welche, statt um dieAchse zu laufen, sich mit dieser umdreht, welches einunerträgliches Gekreische macht, daß man indenBerg-gegenden sehr weit hören kann, und das, wie man