Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
196
JPEG-Download
 

196 Spanien.

ländischer Hüte sehr empor gekommen ist. Eine derwichtigsten Anstalten des Reiches ist die KöniglicheTabaksfabrik zu Sevilla, die einzige im Königreiche,welche verschiedene Gattungen, sowohl Rauch- alsSchnupftabaks, und darunter den in ganz Europabekannten Spaniol aus Havannaischen Blättern lie-fert. An 180 Maulthiere treiben Wechselsweise dieMaschinen, und bei 1000 Personen arbeiten darin.Die Königliche Schatzkammer zog noch zu Anfangedieses Jahrhunderts aus dieser Fabrik jährlich an 20Millionen Französischer LivreS. In der Lederberei-tung zeichnen sich die Spanier gleichfalls aus, nur istder Absah des Corduanö, einer Spanischen Erfindung,nicht mehr so bedeutend, als ehemals, welches aberbloß eine Folge der wechselnden Mode ist. — Unterden Fabriken, worin Metalle, Erden :c. ver-arbeitet werden, zeichnen sich besonders die Eisen- undStahlfabriken in BiScaya aus, welche jährlich an80,000 Centner Eisen in verschiedene Waaren um-schaffen; die Flintenfabrik eben daselbst und zu Bar--zellona, die Klingenfabrik zu Toledo, deren Fabrikatesich durch Biegsamkeit und durch die schärfste Schneidesehr auszeichnen; dann auch der Blechhammer in derGegend der »Stadt Ronda in Granada, und die Draht-zieherey zu Bilbao. Spanien hat auch mehrere Fabri-ken, welche verschiedene Waaren in Gold, Silber undKomposition liefern; auch ist die Königliche Bijoute-riefabrik zu Madrid bemerkenSwerth. Ferner giebt esMesser-, Scheeren-, Nadel- rc. Fabriken. In der Kö-niglichen Spiegelfabrik zu Sän Jldefonso werdenSpiegel zu 133 und mehrere Zoll Länge, 65 ZollBreite und 1 Zoll Dicke in großer Vollkommenheitgegossen; auch macht man daselbst alle Arbeiten vonKrystall, und vergoldet sie auch im Feuer. Die Kö-nigliche Porzellanfabrik im Schlosse Buen-Retiro inMadrid, die in Chinesischem Geschmacke arbeitete und