Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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198 Spanien.

in neuester Zeit sehr fühlbar geworden ist. Am meistenblüheten Gewerbe und Handel in Spanien im sech-zehnten Jahrhunderte, im Anfange des siebzehntenJahrhunderts fingen sie an abzunehmen, und nur erstunter Ferdinanddem Sechsten, noch mehr aberunter Karl dem Dritten, fingen sie wieder an zu-zunehmen, oder sich zu erheben. Unter der Regierungdieses Fürsten wurden die Landstraßen verbessert, vieleAbgaben und Bedrückungen aufgehoben, mit Anlegungschiffbarer Kanäle begonnen, auch die Küsten gegendie Seeräuber mehr beschüht, wodurch besonders derinnere Handel sehr lebhaft ist betrieben worden. Auchder äußere Handel wurde unter der Regierung Karlsdes Dritten lebhafter, und der Vortheil, der ausdem Activhandel entsteht, nicht mehr andern zur Seehandelnden Nationen ausschließlich überlassen, wie eöspäterhin ihn wieder hat fahren lassen. Wenn gleichfrüher, als Spanien noch im Besitze der Südamerika-nischen Länder Peru, Chili, Rio de la Plata, Mexicorc. war, allen fremden Nationen der Zugang zu diesenLändern gänzlich verboten war, und sie sich den dorti-gen Küsten nicht nähern durften, damit die Spanierden Handel und den Verkehr mit ihren AmerikanischenLändern allein treiben sollten, so haben Letztere dochein Paar Jahrhunderte hindurch nicht den geringstenVortheil von ihrer Schiffahrt gehabt, und sind nurBevollmächtigte der Franzosen, Engländer, Holländerund Italiener gewesen, die durch sie ihre Waaren nachAmerika geschickt, und immer an der Rückfracht anGold, Silber und andern Waaren den größten An-theil gehabt haben, so daß die Spanier, die ihren Na-men zu diesem Handel hergaben, immer im Nachtheilewaren. Denn von den seit den Jahren 1492 —1724aus Amerika nach Spanien öffentlich gekommenen5000 Millionen Pesos an Silber und, Gold, ohnedas heimlich eingeführte zu rechnen, so wgr doch dieses