Spanien. W
meinen Volke, vom niedrigen Handwerker bis zum Ta-gelöhner in den kleinen Städten, ja selbst der Bauerist im Durchschnitt arm, so reich auch der Boden anProduktivität ist, weil er nach dem Verhältniß seinesFleißes viel zu viel abgeben muß, und ihm von seinenBeiträgen nur sehr wenig wieder in die Hände zurück-fließt. Die reiche Geistlichkeit verzehrte bisher zumNachtheil des Geldumlaufes, weit unter ihren Einkünf-ten, und der hohe Adel zog alles Geld in die größerenStädte, wo er sich aufhielt, ohne wieder einen Theildavon dem platten Lande zurückzugeben. Man kanneigentlich den Spanischen Bauer nicht für zu faulschelten; denn es ist nicht so sehr dem Hange zumMüßiggänge, als seiner politischen Lage zuzuschreiben,daß er nicht wohlhabend ist; denn was er durch seinenFleiß hervorbringt, daß gehört größtentheils seinem Her-ren, und von demjenigen, was ihm eingentlich zuge-hört, was er sich besonders verdient, muß er einen gro-ßen Theil an den Staat wieder abtragen, von welchenAbgaben manche um so drückender waren, weil sie ihnbloß allein und den Bürger trafen, wie z. B. die Fa-milien- oder Vermögenssteuer (15 von 100) oder aufsolche Dinge gelegt war, welche die Vermehrung desnutzbaren Eigenthums und die Erwerbung des Auö-kommenö erschwerten, z, B. die Alcavala oder Abgabevon allem, was verkauft oder vertauscht wird, oder weiler genöchiget war, gewisse Lebensbedürfnisse, wofür einebestimmte Summe an Auflage (Millionen-Steuer)eingehen sollte, von den Königlichen Magazien fürwillkürliche Preise zu kaufen. In der kurzen histo-rischen Beschreibung der wahren Ursachenvon dem Untergänge des gothischen Reichsin Spanien, S. 101 und 137, wird der Zustandder arbeitenden Klasse in diesem Lande in ein HellesLicht gestellt. Der Grund des nicht großen Vermö-gens, heißt es daselbst, isttheils indem vieljährigen ge-