Spanische Cigarros. 237
grobem Portugiesischem Tabake, den man zerschnittenin kleinen weißen Papierröllchen in Spanien verkauft,ihn aber auf dieselbe Art raucht, als den Ersteren. —Mit den feinen Cigarros treibt man einen großen Lu-xus in Spanien; es giebt welche, von denen das Pfund5 bis 6 Piaster kostet, die aber ganz vortrefflich sind,und einen so angenehmen zimmtartigen Geschmack undeinen so aromatischen Geruch haben, daß der feinsteKanaster nichts dagegen ist. Der Rauch davon steigtin kleinen blauen Ringelchen empor, und der Cigarroglüht dabei ebenmäßig und langsam fort, ohne die Äschefallen zu lassen. In Spanien, besonders in Madrid,raucht Alles Cigarros. ja er dient oft sogar als ein Zei-chen der Freundschaft, und pflegt dann traulich vonMund zu Mund zu gehen, und ein Fremder muß esüberhaupt als ein besonders Zeichen des Wohlwollensbetrachten, wenn der Spanier ihm seinen Cigarroüberreicht, und thut dann der Fremde ein Gleiches, sohat er seine Gunst und seine Freundschaft gewonnenEs soll indessen wohl manchmal wegen der oben an-geführten Ansteckung durch den Speichel, gefähr-lich seyn, einen solchen Cigarro gleich aus demMunde eines Unbekannten zu übernehmen. — Auchin Frankreich, bei uns in Deutschland :c. ist in dengroßen Städten diese Mode der Spanier, Cigarros zurauchen, nachgeahmt worden. Ueberall auf den Kaf-feehäusern, in den öffentlichen Gärten und auf denSpaziergängen vor den Thoren werden von den Per-sonen der gebildeten Klassen, besonders von jungenLeuten, Cigarros geraucht, weil es die bequemste ArtTabak, sowohl für den leidenschaftlichen, als auch ins-besondere für den Quartalraucher ist, indem man sichmit keiner Pfeife und keinem Tabaksbeutel zu schlep-pen nöthig hat, weil man Cigarros uvkrc; <!u kmi, wiesich die Verkäufer mit ihrer brennenden Lunte in frem-der Zunge auszudrücken pflegen, auf allen öffentlichen