248 Spanische Lebensart.
männinnen, den Deutschen Frauen vergleicht, sagtFischer, so ist der Vorzug der Letztem entschieden.Die ganze Galanterie der Spanierinnen bestehtnur darin, die Männer in einer gewissen Unterwür-figkeit zu erhalten; ja selbst der größte Theil der ge-sellschaftlichen Spiele hat eigentlich nur diesen Zweck,Cortejos und Santos, Estrechos und An-nas, und wie die Spiele der Galanterie rc. alleheißen, haben den Zweck, sich den Gegenstand ver-bindlich zu machen. Die Cortejos sind Haus-freunde, die Santos werden am Weihnachtsabendegespielt. Es werden nämlich an dem gedachten Abendedie Namen eines Herrn und einer Dame, jeder mitden: Namen eines Heiligen nach Art einer Klassen-lotterie gezogen; der Herr muß dann dem Heiligender Dame und sie dem seinigen das ganze Jahr hin-durch eine besondere Verehrung bezeigen. Der Herrist indessen viel zu galant, um dies anzunehmen, ob-gleich seine Verpflichtung ihre völlige Gültigkeit be-hält. Bei den Estrechos findet beinahe dasselbeStatt; eö ist eine Verloosung eines Paars in der Kö-nigsnacht. Die Dame erhält dadurch einen bestimm-ten Anbeter, einen verpflichteten Liebhaber mehr, dessenVerbindlichkeit sich auf das ganze folgende Jahr er-streckt. Die Annas werden in der Neujahrsnachtgezogen, und ih e Verbindlichkeiten beziehen sich aufähnliche Aufmerksamkeiten, Geschenke rc., wie beiden vorigen. Bei den Verloosungen der Namen gehtes sehr lustig zu, und die sonderbare Zusammenfügungder Paare giebt zu tausend Scherzen Gelegenheit;allein bei allen dusm Belustigungen, welche in derGalanterie ihren Grund haben, und den alten Geistder Chevallerie, obgleich sehr nach einem zwerghaftenMaaßstabe modernisirt, kenntlich machen, ist der De-spotismus der Spanischen Weiber nicht zu verkennen;und wenn dort die Ritter, sagt Fischer, für ihre