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Spanische Lebensart.
kühlen seyn soll; allein außer diesem Bedürfnisse ineinem südlichen Klima, dient er ihnen zur beredetenSprache der Liebe. Fischer sagt in seinem Gemäldevon Madrid: Unter ihren Händen ist er ein Spielwerkder Grazien, ein Telegraph der Liebe; sie wissen ihnmit Kunst und Leichtigkeit zu gebrauchen, und legenviel Sinn und Bedeutsamkeit in die verschiedenenBewegungen desselben. Sie entwickeln alle Schön-heiten einer niedlichen Hand und eines reizenden Ar-mes, sie zürnen, sie schmeicheln, sie grüßen, sie be-fehlen mit dem Fächer. Er ist das Ioujou der stu-diertesien Koketterie, der Dollmetscher aller ihrer Em-pfindungen ; und man kann sein Glück nur bei einerSpanierin versuchen, wenn man ihr Dulceö (Confi-türen , Zuckerwerk) oder einen Abanico giebt. DieSpanierinnen suchen aber nicht allein zugefallen, son-dern auch zu beherrschen, und daher ist ihre Galan-terie dem Geliebten wie dem Gatten gefährlich. Inihrer Jugend find die Spanierinnen die angenehmstenGeschöpfe wegen ihrer Mischung von Temperamentund Zurückhaltung, von Verschämtheit und Leicht-fertigkeit ; selbst in reiferen Jahren entzücken sie nochdurch ihre niedlichen Formen, durch ihre reizenden Arme,durch ihre unnachahmliche Lebhaftigkeit und ihren un-erschöpflichen Wih :c; allein diese bezaubernden Eigen-schaften sind mit einer Heftigkeit, mit einem Egois-mus und einer Herrschsucht gepaart, die dem Charakterder Weiblichkeit völlig entgegen stehen; es ist beiihnen Alles wild und ungestüm, Alles Laune undEigensinn. Sie empfinden durch lauter Extreme undgehen unaufhörlich von einem zum andern über. Siebetrachten ihren Liebhaber wie ihren Bedienten, undihren Mann, als ihren Leibeigenen. Von jenem for-dern sie Geschenke, Aufmerksamkeiten und kleineDienste aller Art, von diesem dasselbe und ihren Un-terhalt obendrein. Wenn man sie mit unsern Lands-