254 Spanischer Pfeffer. SpanischeReiter.
oder auch wie eine Feuertiene mit Eisen beschlagen,worein der Verurtheilte gespannt wurde. DiesesWerkzeug war nämlich so gemacht, daß der Verur-theilke den Kopfdurchstecken konnte, und es ihm dannauf den Schultern lag; er hatte also nur den Kopffrei. Er mußte nun mit diesem hölzernen schwerenMantel, der bis zum Knie reichte, eine oder ein PaarStunden auf öffentlicher Straße vor dem Rathhause,oder wenn es Schiffer betraf, die eigentlich mit dieserStrafe belegt wurden, vor dem Packhose stehen.
Spanischen Pfeffer, s. unter Pfeffer, Th. 109,S. 553 u. f.
Spanische Rosinen, s. unter Rosine, Th. 127,S. 273 u. f.
Spanische Reiter, Friesischer Reiter, Sturm-haspel, Fr. 03l6vul <Io 1ri86, in der Kriegs-baukunst große vier- oder sechseckige Stücken Holzoder Wellen von willkührlicher Länge, je nachdem siegebraucht werden oder eö nöthig ist sie zu gebrauchen;gewöhnlich findet man sie von 6—12 Fuß Länge, und6 Zoll Dicke. In diese Hölzer oder Wellen, die manSpillen nennt, werden von 6 zu 6 Zollen, 3 bis 6Fuß lange und 4 Zoll dicke zugespitzte Stäbe ins Kreuzoder so, daß sie Kreuze bilden, eingesetzt, welche manSpieße oder Federn nennt; sie sind zugespitzt unddie Spitzen oder Enden mit Eisen beschlagen. Manverbindet die Spanischen Reiter durch eiserne Kettenund Haken, und bringt sie größtentheils im Graben, anden Eingängen und in den Kehlen der Werke rc. alsHindernisse beim Sturme an; so auch an den Eingän-gen der befestigten Lager, um den Anlauf der Stur-menden auszuhalten, auch den Anmarsch der Soldatenzu hemmen. Bei diesen letzten Verschanzungen, denFeldverschanzungen, sollen ihre Dienste eben nicht er-heblich seyn, da sie vorn Feinde leicht abgehauen wer-den können und ihre Verfertigung viel Zeit kostet; da-