Span. Tritt. Spanisch. Wasserhandel. S57
jenigen Pferde brauchte, welche passegirten und imSpanischen Tritte dressirt waren; welche Pferde mandaher llunseurs, Tänzer nannte, weil sie die Cadanzbeobachteten; auf des Reiters Tempo di Gamba Achthatten, und also nach dem Takte der Musik Fuß vorFuß avancirten; auch in der Wendung jedesmal einehohe Curbette darein machten, und in der Cadanz blie-ben, welches eine der schönsten, aber auch schwersten Lec-tionen ist; denn der Reiter muß die Musik, wenigstensden Takt verstehen, damit er solchen dem Pferde bei-bringen kann.
Spanischer Tritt, s. in dem vorhergehenden Artikel,SarabandeaufderReitschule.
Spanischer Wasserhandel. Dieser Handel beziehtsich besonders aufMadrid, und ist also bloß ein Stadt-handel. Madrid hat nämlich zwei und dreißig großeBrunnen, welche die Stadt mit Wasser versehen, dadie wenigsten Häuser Wasser haben, Flußwasser we-gen der Seichtigkeit des ManzanareS nicht vorhandenist, und das Gesinde daselbst nichts vom Wasserholen,wie bei uns in Deutschland, weiß. Dieses öffentlicheBrunnenwasser giebt nun einen Handelszweig ab, undwird von Leuten, die man AguadoreS oder Wasser-Händler nennt, besorgt. Dieser Wasserhandel wirdnun im Großen und Kleinen betrieben. Der 6»Groöhandel befindet sich ausschließlich in den Händender Gallizier (Gallegas), die auch eine eigene Zunftausmachen, und die Stadt nach Häusern, Gassen undVierteln unter sich vertheilt haben, wodurch sich jedesMitglied gleichsam ein festes Eigenthum erworben,welches sie nach Willkühr an ihre Kinder und Ver-wandte vererben, oder wenn solches nicht geschieht, soverkaufen sie das sich selbst erworbene Recht an einenihrer Landöleute. So 'einträglich nun dieser Handelvon der einen Seite ist, so beschwerlich ist er auchwieder von der andern. — Den ganzen Tag müs-
<vec. rechn. Enc. Theil 6I-VI. R