358 Spanischer Wasserhandel.
sen sie mit ihren schweren Tonnen herumlaufen, beson-ders im Sommer, wo der Wasserverbrauch ungeheuergroß ist. Jeder Aguador hat in der Regel zehn biszwölf Häuser zu bestreiken, wo er für eine Tonne täg-lich jeden Monat einen Piaster, für zwei das Dop-pelte rc. erhält. In acht bis zehn Jahren pflegen da-her die meisten eine kleine Summe erspart zu habenund in ihr Vaterland zurückzukehren; und wenn siedenn ihre Stelle nicht ihren Angehörigen überlassen,sondern verkaufen, so erhalten sie dafür vierzig bisfünfzig Piaster. Die ganze Gesellschaft zahlt übrigenszur Erhaltung der Wasserkunst eine jährliche Summean die Regierung. Man besoldet in vielen Häuserndiese Aguadores auch noch besonders, alsCompradoresoder Einkäufer, wo nämlich der Mann nicht selbstauf den Markt gehen und einkaufen kann, da nimmter sich einen Aguador dazu. Da die Preise alle be-stimmtsind, und die Taxe auch noch in den öffentlichenBlättern steht, so ist keine Unterschleife dabei zu be-fürchten. Die zweite Klasse der Aguadores, die denWasserhandel en rlotuil oder im Kleinen treiben, ma-chen keine besondere Gesellschaft aus; denn wer einensteinernen Krug und ein Paar Gläser kaufen kann,der treibt diesen Handel ohne eine weitere Bescheini-gung zu bedürfen. Sie halten aber doch auf eine ge-wisse Ordnung, damit sie sich nicht ins Gehege kom-men. Sie gehen mit ihren großen Krägen auf demRücken, und mit der blechernen Maschine, worin die Glä-ser stehen, unaufhörlich in den Straßen aus und ab,und rufen: FrischesWasser! FrischesWasser! Wer hat Lust! So eben kommtes vom Brunnen! krersos! kres-
c/uits! siliere! <pncnr — Hbova
VI0N6 cke In s» 6 nt 6 .) Das Glas kostet nur einenOchavo; allein bei recht heißem Wetter können sie täg-lich sechs bis sieben Realen verdienen. , Eine dritte