Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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266 Spanisches Rohr.

sich durch einen Umkreis von vielen hundert Fußenverbreitet und einen so dicken Wald bildet, daß werdurch will, die Axt zu Hülse nehmen muß, um sicheinen Weg zu bahnen. Dieses kommt daher, weildie Stengel und Blätter sich in lange, dünne, strick-förmige Faden enden, die, sobald sie den Boden berüh-ren, Wurzeln schlagen und einen Stiel hervorbringen,der sich dann mit seinen Stengeln und Blättern wei-ter verbreitet. Aus dem abgeschnittenen Rohre träu-felt ein Saft, den die Indianer trinken, der aber inreichlichem Maaße genossen, heftiges Kopfweh verur-sachen soll. Unter der stachlichten Rinde, mit der dasRohr umkleidet ist, findet sich ein ähnlicher kaustischerSaft, der die heftigsten Schmerzen verursacht, wennman ihn an die Haut des Fingers bringt, oder ihnmit den Fingern berührt; dessenungeachtet müssen sichihm die Sklaven aussehen, indem man sie dazu ge-braucht, das Rohr von seiner stachlichten Rinde zubefreien, und die darunter verborgene klebrige Feuch-tigkeit mit Sand und Wasser abzureiben. Nachdemdieser beißende oder kaustische Ueberzug herunter ist,hat das Rohr eine glänzend gelbe Oberfläche, die wiran vielen Spanischen Rohrstöcken sehen; wenn esaber eine braune Farbe haben soll, so beiht man esmit ungelöschtem Kalke, soll es aber gesprenkelt oderscheckig werden, so besprengt man es bloß mit diesemMaterial. Um das Rohr recht steif zu machen, hängtman die einzelnen Stücke mit angebundenen Steinenin den Rauchfang zum Austrocknen, und damit sie ge-schmeidig bleiben, werden sie während des TrocknensmicOel getränkt oder fleißig bestricheu, durch das Lch-tere kann man auch alte Röhre von Zeit zu Zeit ver-jüngen, jedoch muß die Ueberkleidung, die äußere Hülle,noch nicht abgesprungen seyn, wie dieses zum Theilgeschieht, wenn man mit dergleichen Stöcken aufHolz, Eisen rc. schlägt, wo sie denn Risse bekommen