Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spanisches Rohr. 267

und sich die glänzende Bekleidung ablöset. Sind dieRöhre zu dick oder nicht glatt genug auf der Oberfläche,so werden sie abgehobelt und dann lackirt, welches oftso täuschend nach der Natur geschieht, daß der Nicht-kenner ein solches Rohr für ächt kauft, und durch Ue-bertheurung betrogen wird. Ist ein Rohr dem An se-hen nach sehr schön, und wird für einen mäüigen Preisausgeboten, so kann man schon daran merken, daß dieKunst und nicht die Natur seine Schönheit hervorge-bracht hat. Denn dergleichen Gewächse finden sichselten, und wurden zu der Zeit, da die SpanischenRöhre noch ein Modeartikel waren, zu 50 bis 100Thalern bezahlt. So mußte auch ein schlankes glän-zendes Rohr oft mehrere schlechte bezahlt machen, dieder Jude auf der Äuction in Amsterdam mitgekausthatte. Man bindet nämlich die auf die oben ange-führte Art zubereiteten Röhre Dutzendweise zusammenund so werden sie auf dem Ostindischen Hause zu Am-sterdam unter angezeichneten Nummern verauctionirt,auch von Privatpersonen nach 100 Stücken in Guldenverkauft. Man kann wohl von Ersteren die ganzenBündel einige Tage vorher besehen, keinS aber darfgeöffnet werden, und man kauft sie daher auf gut Glück,mit Nachtheil oder Vortheil. Sieht der Jude, dermehrentheils diese Waare ersteht, bei dem Oeffnen sei-ner Bunde etwas Rares, so faßt er es in ein Futte-ral und zieht so lange damit herum, bis er einenKäufer dazu findet, der eö ihm gut bezahlt. Bei derOstindischen Kompagnie in Amsterdam wurden auchSpanische Röhre mit goldenen Knöpfen verkauft,welche die Ostindische Kompagie von den IndianischenFürsten zum Geschenke erhielten. Man bezahlte sienach dem Werthe des Rohrs und des Goldes. DaSBindrotting wird in Amsterdam nach 100 Pfundenin Gulden verkauft, und jeder Kauf von 4000 Pfundgenießt 5 Prozent, auf 200 Pfund Aufschlag, und 1