Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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272 Spanisches Stiergefecht.

spiel sehr feig, so wird er mit Hunden gehetzt; ist ersehr wüthend, so gehen oft Dutzende von Pferden da-rauf. Da sind zum Beispiel Strohmänner mit Bleyan den Füßen, die zehnmal vom Stiere in die Luft ge-schleudert, doch immer wieder zum Stehen kommen;abgerichtete Affen, die ihm zwischen die Hörner sprin-gen, und sich bei jedem seiner vergeblichen Stöße aufdas possierlichste gebehrdcn; Harlekins mit großen Bal-lons ; als Weiber verkleidete Chulos mit ungeheurenFächern rc. Man gewahrt zuweilen auch wohl einenNeger, der dem Stiere auf den Rücken springt, ihmeinen mit Stacheln versehenen Riemen um dieSchnauze zieht, die Enden mit den Zähnen hält, undauf der Guitarre dazu spielt rc. Zu allerletzt kommtder den Beschluß machende sogenannte Embolado,ein Stier mit ledernen Kugeln an den Hörnen, derden Aficionados oder Liebhabern Preis gegen wird,und nur im Nothfall von einem eigentlichen Matadorgetödtet wird. — Diese Stiergefechte werden nun imSommer regelmäßig zweimal die Woche gegeben. Beijeder Corrida werden 18 Stiere, sechs des Morgens, ei-gentlich bloß zur Probe, und zwölfdeö Nachmittags zumeigentlichen Feste gebraucht. Je größer die Hitze ist,desto wüthender sind auch die Stiere. Die Plätze imColoffäum steigen von 2 bis zu 4, 9 und 10 Realen,je nachdem sie in der Sonne, im Schatten, auf denGcadaö oder in den Logen sind. Die Corridaö wer-den für das Hospital general administrirt. Der Auf-wand wird zu tausend Piastern, die Einnahme we-nigstens auf zweitausend berechnet. Ein Mata-dor bekommt 60 bis 80, ein Picador 50 bis 60, einChulo und Banderillero 24 bis 30 Piaster rc. —Man hat nun noch eine andere Art Kampfspiele,wozu Stiere gebraucht werden, die Novilladaö, dieschon oben, S. 190, beschrieben worden. Diese letz-teren Spiele findet man in Len Provinzialstädren, weil