Spannkraft. 301
Kraft, die sie in Bewegung erhält, führen könnte, sowäre eö möglich: allein so fehlt dieser. Nach der Be-hauptung von Ändern sollen die Zwischenräume beieinem elastischen Körper cylinderförmig seyn, und beimBeugen kegelförmig werden. Wenn nun der feine Ae-ther, der sich immer durch alle Körper bewegt, beidieser Bewegung auf die engen Spitzen der konischenZwischenräume käme, so könnte er nicht so gut durch,er drücke nun mit Gewalt auf die Seltenwände, dadenn die Pori wieder ihre cylindersormige, und derganze Körper also seine vorige Gestalt wieder bekommt;allein auch diese Hypothese läßt, wie die vorhergehende,viele Einwendungen zu. Da man nun mit allen Hy-pothesen nicht zum Ziele kommen konnte, so dachteman sich den einfließenden Aether elastisch, und nahmim Voraus schon Elasticität an, um Elasticität zu er-klären. Auch die Luft wurde als Ursache bei der Er-klärung dieser Kraft nicht vergessen; allein man fandsehr bald, daß auch Liese nicht die Ursache seyn konnte;denn man beobachtete bei elastischen Körpern ein undeben dasselbe, sowohl in der Lust, als im luftleerenRaume; sie wird weder stärker, noch schwächer, wel-ches schon Boyle, Derham, Hawkeöbeer,Ächard und mehrere andere Physiker an mehrerenKörpern, und namentlich am Glase, den Saiten, derr Wolle, dem Fischbein, den Metallen und Schwäm-men, untersucht und bewiesen haben. Die in den Kör-pern befindliche Luft, sagt ein Schriftsteller, für dieUrsache annehmen, hieße eben auch Elasticität anneh-men, um Elasticität zu erklären. Daß die als Be-standtheile in den Körpern verborgene und also stgirteLust die eigentliche und wahre Ursache sey, istum deswillen nicht wahrscheinlich, weil man aussehr elastischen Körpern nicht mehr Luft, als aus un-elastischen zu entwickeln vermag. >— Es scheint aberdoch, daß die Luft die einzige Kraft sey, um Elasticität