Spannkraft. 305
Grade zeigen, der weniger besitzt, nur in einem gerin-gern. Dieses waren aber immer nur Beweise vonder Elasticität der Luft, keineöwegeö aber von denKörpern selbst, die Spannkraft besitzen, wie z.B. dasFederharz, elastische Harz, der Fischbein, das Stahlrc. :c., hier kann doch die Lust das Zusammenschnellen,das beim Biegen wieder gerade Aufspringen nicht be-wirken oder wenigstens mnß hier außer der Luft nocheine Kraft in diesen Körpern vorhanden seyn, welchediese Wirkung hervorbringt, oder hervor zu bringenim Stande ist. Wollte man nun hier die Anziehungs-kraft annehmen, so würde auch diese Kraft erst zu er-klären nöthig seyn, um daraus die Spannkraft zu ent-wickeln. Wenn die anziehende Kraft bei großen Kör-pern außer allem Zweifel zu seyn scheint, wie wird sieaber bei kleinen Körpern möglich, wie z. B. bei ei-nem Stückchen Federharz, wie oben der Versuch vonAchard mit diesem Harze bewiesen. Ein solches Stück-chen Harz erfordert eine bedeutende Kraft, um es mitden Händen zu einer gewissen Länge auszudehnen, wo-bei man es in gerader Richtung halt, und läßt mandie eine Hand los, so schnellt es wieder zusammen.Wie läßt sich nun hier die anziehende Kraft erklären?In den Körpern, welche mit Lust angefüllt sind, oderLustzellen besitzen, die bei jedem Aufhören des Drucks,der auf sie geschieht, gleich wieder ihre vorige Gestalteinnehmen, ist diese Ausdehnung schon zn erklären;allein beim Zusammenschnellen des Federharzes istdieses ganz anders, hier ist die eigentliche Spannkraftam sichtbarsten, und diese zu erklären, ist dem scharf-sinnigsten Naiurkundlgeu noch »ichc gelungen.— Hiernun noch einige Erfahrungen über die Spann- oderFederkraft. Bekannt ist es, daß die Feuchtigkeit beivielen Körpern die Spannkraft vermindert, bei andernganz hemmt, und bei manchen befördert; so z. B.sind nasse Federn, feuchte Luft, nasse Wolle weniger«Der. rechn. Enc. Theil LL.VI. U