304 Spannkraft.
am stärksten, die sich im Inneren der Körper, in denZwischenräumen derselben befindet, und die einemKörper mehr, wie dem andern, wegen seiner größerenoder geringeren Porosität beiwohnt. Sie besitzt dieseKraft im höchsten Grade und theilt sie andern Kör-pern mit, welches schon daraus hervorgeht, daß die Luftnichts von ihrer Elasticität verliert, wenn sie auchnoch so stark und lange Zeit zusammengepreßt erhal-ten worden, wohl aber andere Körper, wenn man näm-lich ihre Spannkraft oft versucht, oder sie sonst an Oer-tern liegen oder aufbewahrt werden, die ihrer Spann-kraft nachteilig sind. Bei der Luft dient zum Be-weise schon eine Windbüchse, die, wenn sie mehrereJahre mit zusammengepreßter Luft ist geladen worden,eine Kugel noch eben so weit, wie am Anfange zu trei-ben im Stande ist. Musschenbröck bemerkte infünf Jahren nicht die geringste Abnahme der Elastici-tät an zusammengepreßter Luft, und Robervallwill dasselbe bei einer Luft bemerkt haben, die er sech-zehn Jahre eingeschlossen und zusammengepreßt erhal-ten hatte. — Die meisten Körper sind mit Luftzellenversehen, einige mehr, die andern weniger, welche durchdie Luft gespannt erhalten werden; erhalten sie nunirgend einen Druck von außen, sey es nun durch einenStoß, Schlag oder auf sonst eine Weise, so wird dieLuft in dem Augenblicke, wo dieses geschieht, zusammen-gepreßt, so bald aber die Wirkung aufhört, erhaltensie ihren vorigen Zustand wieder, weil die Luft wiederausgedehnt wird. Man hat einen Beweis von ver-schlossener Lust an einer mit Lust gefüllten Blase, wennsienichrganz straff gespannt ist, so lange man nämlichmit dem Daumen darauf drückt, wird der Theil deöLuft, wo der Druck geschieht, gepreßt, so bald manaber den Daumen fortnimmt, so erhalt die Blase ganzihre Kraft wieder. Ein Körper, der also viele Luft-zellen besitzt, wird die Spannkraft in einem hohen