Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spannkraft. 307

dig ist, Gesundheit zu nennen; eine widernatürlicheBeschaffenheit des Körpers ist diejenige, welche vonSchlaffheit zeigt. Eö muß daher eine merklicheKörperstärke entstehen, wenn die festen Theile starkgespannt sind. Da aber immer die Kraft eines star-ken Theils um so viel mehr vermehrt wird, wenn ergar zu scharf gespannt ist, so wird man schon vonselbst einsehen, daß eine solche Beschaffenheit deöKörpers dem eindringenden und strömenden Blutein die äußeren Theile einen desto stärkeren Widerstandentgegenseht, das Blut also mit einer größeren Leb-haftigkeit von der L .erstäche der Haut nach den in-neren Theilen treiben, aber auch zugleich eine blaffeGesichtsfarbe machen müsse, und das bloß darum,weil auf diese Art keine rothen Blutkügelchen in denäußersten Blutgefäßen zurückbleiben, und folglich keineNöthe durst) das zarte Hautgewebe hindurch leuchtenlassen können. Daher kann ein Mensch blaß aus-sehen und doch dabei vollkommen gesund seyn; alleinnur diese und keine andere Art von Blässe ist derNatur gemäß. Schon Celsus bestätiget die Wahr-heit dieses Satzes, indem er schreibt, daß ein schönes,blühendes, rothes Gesicht sich keiner dauerhaften Ge-sundheit zu erfreuen habe, welches jedoch nicht immerder Fall ist. Man darf daher glauben, daß einestarke Spannkraft des menschlichen Körpers nichtsGewisseres, als die Gesundheit zum Gegenstände habe,weil ein Mensch, welcher eine solche Beschaffen-heit des Körpers besitzt, alle zum natürlichen Lebenerforderliche Handlungen, ohne alle Beschwerlichkeitenzu verrichten daö Vermögen hat, dergestalt, daß hier-auf nicht die mindeste Mattigkeit an den Gliedernverspürt wird. Das Gemüth ist aufgeheitert undlustig; der Magen besitzt hinlängliche Kraft gut zuverdauen und einen guten Nahrungssaft, folglich auchein gesundes Blut machen zu können, so daß nach

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