308 Spannkraft.
dem Tische wohl ein Schauer, nicht aber eineSchwache, vielweniger ein Kopfschmerz entsteht.Der Schlaf ist ruhig, so daß ein aufgeräumtes Wesenund eine neue Munterkeit des Körpers davon erfolgt.Diese Klaffe von Menschen wird öfters von einemSchauer überfallen, mehrentheils sind ihnen die Händekalt, sie schwitzen selten, sind aber desto öfter genö-thiget, den Urin zu lassen, und die Leibesöffnung istbei ihnen die gewöhnliche. Ein solcher Mensch istmehrentheils zu einem flüssigen, selten zu einem ver-stopften Leibe geneigt. Man hat nämlich die Be-merkung gemacht, daß der Leib gemeiniglich flüssiigzu seyn pflegt, wenn die Theile des Hautgewebeö ein-ander in sehr vielen Punkten berühren, und daß derLeib hart ist, wenn das Gegentheil vorhanden ist.Menschen, welche eine starke Spannkraft des Körpersbesitzen, sind zu der goldnen Ader geneigt, und beiFrauenzimmern geht die monatliche Reinigung gutvon Statten. Solche Menschen genießen auch denVortheil, daß sie nicht leicht von einer Krankheitbefallen werden; sie bekommen selten einen Hustenoder Schnupfen, und werden von keinen Blutflüssengeschwächt; auch leiden sie an keiner Entzündung derÄugen, verfallen nicht leicht in eine schlechte Beschaf-fenheit der Säfte; sind zu keiner Verstopfung derLeber, der Milz und der Gekrösdrüsen geneigt, ver-fallen weder in eine Wassersucht, noch in Lungen-krankheiten, und werden selten von hitzigen Krank-heiten ergriffen. Diese Leute sterben gewöhnlich einesnatürlichen Todes, das heißt, in einem hohen Alter.Alles, was daher den festen Theilen eine größereSpannkraft zu geben vermag, und Alles, was dieseTheile dichter zu machen im Stande ist, kann dieseBeschaffenheit des Körpers entwickeln und zum Vor-schein bringen. Solche Fähigkeiten besitzen alle kalteSachen, sie mögen äußerlich gebraucht oder innerlich