316 Spannkraft.
hung der Haut nach inwendig getrieben wird, so daßsich an derselben keine Spur von Lebhaftigkeit offen-baren kann. Steif und trocken gewordene feste Theilemuffen nothwendig an dem ausgemergelten Körperden Anblick des Verfalls sichtbar machen, und diesesvermögen sie bloß aus dem Grunde, weil ihre Nervenvon solcher Beschaffenheit sind, daß sie das Blut nichtin die äußerst zarte Blutgefäße treiben können, welchedas Hautgewebe unterhalten und ernähren. Wirdaber kein Blut in dieselbe getrieben, so verlieren sienach und nach ihreHöhlung und die Blutgefäße fallenzusammen, schrumpfen ein, und trocknen endlich aus.Dadurch muß die Elasticität ihres Faserngewebes end-lich unvermögend werden diejenigen Säfte einzusau-gen, durch welche die äußern Theile des Körpers ge-nährt werden müssen. Bekommen die zusammenge-fallenen Blutgefäße keine Nahrung mehr, so werdenauch diejenigen Theile, aus welchen sie verwebt sind,keine Nahrungssäfte mehr bekommen, folglich müssendiese Gesäße und ihre Zweige vertrocknen und steifwerden. Man gewahrt dieses offenbar an sehr altenPersonen und an denjenigen, welche ihres Alters we-gen, das ist, nach dem Laufe der Natur und ohne alleKrankheit sterben. Diejenigen, welche ein schleichen-des und abzehrendes Fieber haben, diejenigen, welchenein beständiger Schweiß die Kräfte raubt, oder wel-chen ein langer anhaltender Durchfall die Lebenskräfteentführt, haben gewöhnlich wegen der Abnahme derSpannkraft eine tödtliche Verfallenheit in dem Ge-sichte, und alle gestorbene Personen zeigen im Sargeeben diese Gesichtszüge. Alan gewahre, daß bei ei-nem Sterbenden durch Verminderung der Elasticitätaller Fasern und Organe das sämmtliche Bluc vonden äußeren Theilen nach den inneren getrieben wird;auch fängt das Blut an stille zu stehen und in einevollkommene Stockung zu gerathen. Die Erfahrung