Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
317
JPEG-Download
 

Spannkraft. 317

zeigt, daß jederzeit der Tod erfolgt, wenn die Elastici-tät aufhört die Säfte nach den Umlaussregelu fort-zutreiben, dergestalt, daß dieselben endlich stehen blei-ben, indem das belebende Wesen langsam oder raschAbschied nimmt. Wenn flüssige Körper nicht mehrbewegt werden, so fangen solche an, durch verschiedeneGrade in Fäulniß überzugehen, und in ihre ehemaligesichtbare Grundtheile zersetzt zu werden. Wenn derOberleib von der Schnürbrust gewaltsam eingepreßtwird, so pflegt eine der Gesundheit höchst nachrheiligeAbnahme der Spannkraft zu entstehen, weil durchdas Einpressen des Oberleibs in den Organen dieSpannkraft größtenteils gehemmt wird, das Blutkann daher nicht in alle seine Gefäße Hineindringen,und da diese kein Blut bekommen, so können sie auchnicht, ihrem Bedürfnisse gemäß, genährt werden.Erhalten sie nun nicht ihre gehörige Nahrung, somüssen die Blutgefäße eintrocknen, ihre innere Höh-lung wird immer enger und verwächst endlich, undwenn dieses geschieht, so muß daraus eine allmähligeAbzehrung im ganzen Körper erfolgen. Ein allzufe-stes Einichnüren ist vermögend die größten Ohnmach-ten zu verursachen. Es entsteht davon, sonderlich beiheftigen Leidenschaften und Thätigkeit, ein Herzklop-fen, eme Engbrüstigkeit und Beängstigung, so daßaus diesen Ursachen ein eiskalter Schweiß über denganzen Körper herausgetrieben wird. Es kann nichtder periodische Kraftdruck der beiden großen animali-schen Hauptftdern, des Herzens und der Lunge, seinenfreien Gang behalten, wenn mau denselben durch kin-dische Baude einsperrt, und die wesentliche Elasticitätgewaltsam einkerkert. — Auch der Mißbrauch desBranntweins ist vermögend die Elasticität unseresKörperSzuentkräften; denn wenngleich anfangs beimGenusse desselben die Elasticität der Magenorganegewinnt und diese heftig gespannt werben, so entstehen