Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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332 Sparer.

figürlich ein Weniges, ein noch näheres Stammwort,als das Griechische Sparen, sagt Ade-

lung, hat sowohl den Begriff des Bewahrenö erhal-ten, als auch den Begriff des Wenigen in der An-wendung. — In der Malerkunst heißt sparen,Fr. ni6nu>;6e, sorgfältig und in dem rechten Maaßeden Pinsel und die Farben brauchen, also die geschickteAnwendung deöPinselS und derFarben; daher sagt man:ein wohlgeführterPinsel, Fr.nn jnitssmi ins-nn^s, der nach den Regeln der Kunst, oder vielmehr, dasich dieKunst in keine sklavische Regeln bringen läßt, nachder Geschicklichkeit des Künstlers geistreich geführtworden. Wohl angebrachte und gutausge-theilte Farben, Fr. Oonlsnvk insnn^sss, wenn. der Maler die hellsten und stärksten Farben zu den. Gegenständen gebraucht hat, die am meisten abstechensollen, oder auf dem Vorgrunde stehen; wenn dieFarben saftig und markig sind und gut vertheilt wer-den. Man sagt von einem schönen Gemälde: DieSchatten und Lichter sind gut ausgespart, Fr. I^ssInuiisrss st los onstrrss sout Istsn insim^sss;man sagt auch wohl ein gut ausgespartes Licht. DasSparen beim Maler ist daher keine Beschränkungdes Pinsels und der Farben oder der Farbengebung,sondern nur eine richtige Anwendung des Ersteren undeine glückliche Vertheilung der Letzteren.

Sparer, derjenige, welcher spart, das ist, Geld zumkünftigen Gebrauche sammelt, der das nach Bestrei-tung seiner Haushaltung, überhaupt aller seiner Be-dürfnisse, ihm übrig gebliebene Geld seines Einkom-mens zurücklegt, um in außerordentlichen Fällen Ge-brauch davon zu machen. Hierher gehören auch dieSprüchworter: Ein Sparer will einen Zehrerhaben, oder: nach dem Sparer kömmt einZehrer, das heißt, erspartes Vermögen wird gemei-niglich wieder von einem Verschwender durchgebracht.