Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sparkasse. 379

dieser Freiheit in Anwendung des Geldes ist nicht indem zu großen Zutrauen zu suchen, welches die Elternin ihreKinder sehen, daß sie das Geld zweckmäßig ver-wenden werden, als vielmehr in gewissen Scheingrün-den, mit welchen die Eltern ihr Verfahren zu recht-fertigen suchen. Nicht selten ist Geringschätzung einerkleineren Geldsumme von Seiten der Eltern der Grund,daß sie auf die Art, wie die Kinder das ihnen gegebeneGeld verwenden, wenig achten. Ihr AnSspruch da-bei ist: „Es ist nur eine geringe Summe, wenn siegleich diese nicht nützlich und zweckmäßig verwenden,so ist der Schaden für uns zu geringe, ls daß wirihnen deswegen Vorwürfe machen oder Lehren erthei-len sollten. Man muß die Kinder auch nicht zu sehrbinden und einschränken, von einem Kinde barf mankeine kluge Haushaltung erwarten rc. Eine Sprache,welche Großmuth und Liebe zu äußern scheint, vielWahres enthält, und doch nicht selten Aeußerungender Unbesorgsamkeit für daö Beste des Kindes sind.Zergliedert man nun diesen Ausspruch, diese Aeuße-rungen „die Summe ist nur geringe." DieArt aber, liebe Eltern, wie das Kind diese im Ganzengenommen verwendet, kann die Neigung des Kindesso sehr bestimmen, daß es in der Folge größere Sum-men auf eine ähnliche, nützliche oder schädliche, klugeoder thörigte Art anlegt. — „DerSchadenistfürunsz u gering e, alsdaßwir dem KindeVor-würfe machen sollten". Wenn aber das Kindschon früh, vermöge seiner kleinern Einnahmen, sich anallerlei Leckerbissen gewöhnte, dem Körper schadete,seinen Gaumen verwöhnte, und in der Folge die grö-ßeren Summen auf ähnliche Art an den Mann brächte;dann wäre doch, die Sache erst von der ökonomischenSeite in unmittelbarer Rücksicht auf die Eltern bezo-gen, jener so geringe geachtete Schaden, als Quelleder angezeigten Folgen so unbedeutend nicht. Elternwollen für ihre Kinder sorgen; allein hierbei kommen