Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Sparsamkeit. 445

gungen, die man genießt; wenn man darin Maaß undZiel hält, sich darin nicht überhebt, theils sie nur indem Maaße genießt, als man eö ausführen kann; theilsauch um sich selbst zu schonen. In beiden Fällen istsparsam anwendbar. — Man ist sparsam im Stu-dieren der Wissenschaften und Künste, wenn mansie so betreibt, daß dovon kein Nachtheil für den Geistund Körper entsteht. Man ist sparsam in Allem, wennman das zu Viele vermeidet, und nnr nach den Gesetzender Natur und der Vernunft seine leiblichen und gei-stigen Bedürfnisse einrichtet und Maaß und Ziel hält.2 ) In weiterem Verstände gebraucht man es oft fürselten, für wenig. Der Ahorn wird in un-sern Wäldern nur sparsam gefunden, nurselten, nur hin - und wieder ein Baum. DasAlterstreut nur sparsam Runzeln aufdieStirndes Greises. Das Wasser tröpfelt spar-sam. Aus derAder fließt dasBlut nur sehrsparsam rc.

Sparsamkeit, die Eigenschaft, da man sparsam ist, inallen Bedürfnissen des Lebens Maaß und Ziel hält,und noch Etwas zu erübrigen sucht, oder auch nur solebt, das man mit Wenigem auskommen kann; daß mansein Eigenthum den Regeln der Mäßigkeit im Ge-brauche oder in der Anwendung unterwirft. DieSparsamkeit gehört zu den häuslichen Tugenden; siebeherrscht das Innere unsers Hausstandes, unser Essen,Trinken, Kleidung, Wohnung, Möbel und Geräth-schaften; dann unsere Lebensart, Kinderzucht, Diener-schaft, kurz sie betrifft Alles, was uns umgiebt, in un-serer Nähe ist; sie erstreckt sich so eigentlich nicht überdie Grenzen des PrivatstandeS, und kann nicht vielenFamilien zusammen, nicht dem Publikum, wohl aberjeder einzelnen angehören, weil jeder Hausstand nachseiner Einnahme auch die Ausgaben für seine Bedürf-nisse ordnet, und sich hierauf die Sparsamkeit grün-