Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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446 Sparsamkeit.

det. Die Sparsamkeit hat eine Aehnlichkeit mit denTugenden: Genügsamkeit und Mäßigkeit, sieweicht aberin sofern davon ab, daß ihr jene nur dienen,um ihren Zweck zu erreichen.

Obgleich sich die Sparsamkeit mit der Kultur sehrwohl vertragt, so ist doch nur ein gewisser Grad derLetzteren erforderlich, um sie auszuführen, jede Hyper-kulturistgeistiger Lupus, Sinnenluxus und verführt zurVöllerey, und jede Afterkultur zur Putzsucht- DasMittel zwischen beiden ist nun derjenige Grad der Kul-tur, welcher der Sparsamkeit günstig ist. Man findetdie Sparsamkeit in Allem hauptsächlich bei solchenVölkern, welche durch fremde Sitten noch nicht an-gesteckt worden, die noch in der Jugendfrische ihresWirkens stehen, und daher der Natur noch treu geblie-ben sind, sich noch nicht von dem Wege, den sie vor-zeichnet, entfernt haben, noch nicht auf den Weg desLupus und der Ausschweifungen gerathen sind. DieSparsamkeit herrschte in Rom, als Regulus nochseine Aecker selbst bestellte und von dem Pfluge abge-rufen zum Bürgermeister erwählt ward; und als diesergroße Mann vom Siege über Carthago zu seinemPfluge zurückzukehren wünschte, indem ihm die Ruheund Stille des Landlebens, die Pflichten seines Haus-wesens mehr anzogen, als der außerordentliche Glanzdes bevorstehenden Triumphs, und Alles, was derEhr-geitz Reizendes kennt. So war es in unsern DeutschenGauen, ehe fremde Sitten unsern Boden betraten,und man noch mit dem zufrieden war, mit dem sich be-gnügte, was die eigene Wirthschaft darbot. Man kanntedamals noch nicht das Uebel, wodurch unnützer Auf-wand,Verschwendung,Mißbrauch desVermögens, Uep-pigkeit und Weichlichkeit die folgenden Zeiten drückte.Man lebte sparsam, dabei heiter und froh, war kräftig,stark, bieder, aufrichtig, wohlthuend, kannte nicht dasPuppenspiel der veränderlichen Mode, das jetzt manche