Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
466
JPEG-Download
 

466 Sparsiedeherd.

der Hihe auf dem Wege vom Feuerherde biszu den Kesseln wurde dadurch verhindert, daß dieVerbindungskanäle doppelt waren. Der innere Ka-nal, der aus Ziegeln bestand, lag in einem größerenisolirt, und an allen Seiten von einer 2 Zoll dickenSchicht von eingeschlossener Luft umgeben. Der äu-ßere verschließende Kanal war mit dem Mauerwerkeverbunden. Der Nutzen dieses doppelten Kanals be-stand darin, paß die Hihe mehr zusammengehalten,und daß ihr Entweichen in dem Mauerwerke verhin-dert wurde. Die eingeschlossene Lust ist nach demGrasen von Rumford das beste Mittel das Entwei-chen zu verhindern. Dieserhalb waren auch der Herdund die Leitungskanäle mit eingeschlossener Luft um-geben und wurden auch dazu benutzt, die Hitze in demKessel fest zu halten, welches durch doppelte Deckelauf den Kesseln bewirkt wurde. Die Bänder dieserbeiden Deckel waren in einander gefügt, und die da-zwischen befindliche Luft war völlig eingeschlossen.Der Dampf der kochenden Flüssigkeit wurde durcheine ^-Zoll weite Röhre, die durch den Deckel hindurchging und fest angelöthet war, abgeleitet, so daß dieLuft dennoch eingeschlossen blieb. Einige dieser hohlenDeckel wurden mit Pelzwerk ausgestopft; allein Rum-ford fand nicht, daß sie den Wärmestoff besser gehal-ten hätten, als diejenigen, die mit bloßer Luft angefülltwaren. Die einfachen Deckel werden bekanntlich beimKochen so heiß, daß man sie nicht mit bloßen Händenangreifen kann; daher ist es ganz natürlich, daß sieeinen Theil der Wärme der äußern andringenden at-mosphärischen Luft mittheilen; aber bei den doppelten,mit eingeschlossener Luft angefüllten Deckeln ist diesesnicht der Fall, sondern man kann sie beim Sieden derFlüssigkeit nicht nur ohne Gefahr abnehmen, sondernauch lange Zeit hindurch die bloße Hand darauf liegenlassen. Der Maschinerie, die dem Grafen damals