Sparsiedeherd. 481
Rollen laufen aufgehoben, welche Deckel eigentlichvon Hol; feyn müßten, wie im Arbeitshaufe zu Mün-chen. Die Roste für'S Feuer sind zwar rund, abernicht hohl; fönst ist diese Küche ganz vollkommen. —Die Küche des Hospitale luAlisenioordiazuVerona ist nach eben den Grundsätzen angelegt,wie die vorige, jedoch ist ein kleiner Unterschied in derLage des Mauerwerkö, worin sich dieKessel befinden. —Eine kleine Küche in dem Haufe des Baronet SirJohn Sinclair, Präsidenten des Ackerbauamtesin London, ist eine Musterküche. Der Bratofen indieser Küche ist von mittlerer Größe, aber eine so nütz-liche Maschine, daß ihr allgemeiner Gebrauch zu wün-schen seyn soll; die dadurch bewirkte Holzersparung istaußerordentlich, und das darin gebratene Fleisch ist vor-züglich schmackhaft und lecker. — Eben so wurde inder Küche des Findelhauseö zu London ein großer Brat-osen angelegt, der so wohlfeil in der Feuerung ist, daßsich die Kosten für 112 Pfd. Rindfleisch, die aufeinmal gebraten werden, nur auf 12 Kreuzer belau-fen, und zwar nach einem sehr hohen Preise der Stein-kohlen. Rumsord ließ zur Probe 100 Pfd. Kalb-fleisch in sechs Stücken in dem Bratofen der Militair-Akademie zu München braten, und das dabei verbrannteFichtenholz wog 33 Pfund, welches, dieKlaster zu 4sGulden gerechnet, nur 3 Kreuzer betrug. Auch dieKessel in diesem Findelhause erfüllten vollkommen die-sen Zweck, und verschiedene andere große Hospitälerhaben ihre Einrichtung nachgeahmt. Man machte inder Küche drs Findelhauseö auch einen Versuch miteyrunden schlüsftlförmigen Rosten von gegossenem Ei-sen; allein die Hitze war zu stark, so daß sie bald schmol-zen. Man mußte daher die gewöhnlichen flachen Rostevon starken eisernen Stäben nehmen. Vielleicht istdie Hitze der Steinkohlen daran Schuld, da hingegendas Feuer von Holz solche schlüsselförmige Roste er-Oec. rechn. Enc. Theil 0I0V1. Hh