Spaßmacher. 495
achtung bloß zustellen, ohne Rücksicht auf ihre eigenenSchwächen und Blößen zu nehmen, die sie dann mitder sogenannten Weltmanier, mit dem 8uvom vivr«bedeckten, welches freilich den meisten Gelehrten dama-liger Zeit ganz fremd war, die in der Pedanterey zuweit gingen; und wenn Scenen vorfielen, in welchensie sich mit gebalter Faust entgegen traten, sich herum-schlugen, zur Erde warfen und gleich den Kanibalenin die Backen und Finger bissen, wie dieses mitGund-lingen u. einem Profess. Hakemann, der als König-licher Bibliothekar in Berlin angestellt war, und mitmehrern Andern sich zugetragen, so konnte dieses frei-lich kein Vortheilhaftes Licht auf sie werfen, wozu nunnoch die gröbsten und gemeinsten Schimpfceden undandere Beleidigungen in Schriften kamen. Auchherrschte zu jener Zeit wirklich der Wahn, daß der Standder Gelehrten ganz überflüssig sey, und die Wissenschaf-ten nur den Leuten die Köpfe verdrehe, zu Charlatane-rien und Albernheiten, die der Mensch entbehre könne undmüsse, führten; auch wohl gar staatsgefahrliche Grund-sätze enthielten, besonders die schönen Wissenschaftenund die Philosophie; es war daher kein Wunder, daßman diejenigen, die sich mitthuen beschäftigten, überalllächerlich zu machen suchte, u. so trafdenn auch Gunb-illig dieses Loos. Rührend ist die Aeußerung, die erzu einem vornehmen Offiziere im Vertrauen gemachthaben soll: „Ich habe mir viele Mühe gegebenu m i n d e r W e l r m ei n G l ü ck z u m a n ch e n, u n deö ist mir herzlich sauer geworden um einStückchen Brod z ttfi n d e n. Hier hab e ich esnun in Berlin gefunden, daß ich so behan-deltwerde, fällt aufden,deres thut; alsomuß ich zufrieden seyn, und mich in meinSchickfal mit Geduld finden. Man wird alsohieraus gewahren, daßGundling wohl schwerlichdie Absicht hatte, und haben konnte ein bloßer Spaß-macher oder Lustigmacher zu werden; auch schien es