502 Spaßmacher.
Haltung der Hofnarren anführten. Man muß esdaher unsern, wenn gleich noch nicht verbesserten, aberdoch verfeinerten Sitten Dank wissen, daß dieses Hof-amt aufgehoben worden. Die Franzosen thaten eSzuerst; dennunterLudwig demVierzehntenhörtedieses Hofamt mit dem bekannten Angely auf, undinPreußen mit dem Antritte der RegierungF riedrichSdes Großen, und so im Verhältniß der Regierungs-wechsel in den übrigen Staaten, sowohl in Deutschland,als auch in den übrigen Europäischen Landen. Aneinigen Höfen Deutschlands haben sie sich jedoch nochbis zum letzten Drittel des 18 ten Jahrhunderts, bis zumAusbruche der Französischen Revolution, erhalten,welcher Brand damals Alles in Schrecken setzte.Schrecken verbreitete, und diese Belustigung ganz ver-gessen machte. Man fand sie zwar nicht mehr in demStaatskalender unter der Hofdienerschaft namentlichaufgeführt, indessen hatte man doch noch an dem einemHofe einen Mönch, an dem andern einen Tyroler,die diesen Dienst versahen. Uebrigens ist eö merk-würdig, daß die lustigen Räthe oder Hofnarren andem Preußischen Hose, besonders unter FriedrichWilhelm dem Ersten, größtenteils aus dem Ge-lehrtenstande waren, so finden wir als solche: den Jo-hannPaul vonGundling, der schon oben an-geführt worden; den Doktor Bertholdy von Frank-furt an der Oder, der in diesem Orte Professor derPandekten gewesen; einen gewissen Kornemann,auch von Kornemann, undKron-Kornemanngenannt, ausHalbcrstadt; den Professor Hakcmannaus Helmstädt, wie auch zu Halle den Herausgeberdes Rein icke Fuchses; den Feih errn v. Stein,Präsidenten der Königl. Societät der Wissenschaften,dessen merkwürdiges Patent in von Loens kleinenSchriften gelesen werden kann; einen gewissen Mor-genstern, Verfasser eines kleinen Russischen Staatö-rechtö, und einer sehr merkwürdigen Deutschen Dispu-